Praktische Empfehlungen
Selbsttest Ernährungszustand
Unterstützung
Krebsdiät?
Weiterführende Informationen
Freude und Genuss beim Essen haben großen Einfluss auf unsere Lebensqualität. Krebs kann diese massiv beeinträchtigen. Krebskranke Menschen haben neben den seelischen Belastungen der Erkrankung auch mit zahlreichen körperlichen Beschwerden und Nebenwirkungen zu kämpfen. Therapien wie die Chemo- und Strahlentherapie verursachen oft Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksstörungen, Schleimhautreizungen, Geruchsveränderungen, Durchfall oder Verstopfung. Auch Schluckbeschwerden oder Schmerzen im Mund verhindern, dass Betroffene genügend essen. Das kann zu Gewichtsverlust und Mangelernährung führen. Die Beschwerden beeinträchtigen nicht nur die Nährstoffaufnahme, sie rauben Betroffenen auch die Freude am Essen und damit Lebensqualität. Dabei ist eine ausgewogene Nährstoffzufuhr sehr wichtig für den Therapieerfolg. Deshalb sollte Patienten so früh wie möglich eine professionelle Ernährungsberatung angeboten werden, um Mangelzustände zu vermeiden. 1
Auch wenn die Medien fast täglich über Superfoods und unglaubliche Krebsdiäten berichten, fehlen dafür bisher aussagekräftige wissenschaftliche Beweise. Es gibt nicht die perfekte Ernährungsform für Krebspatienten. Und, eine Krebserkrankung kann auch nicht durch Ernährung geheilt werden. Eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen kann die Gesamtkonstitution aber unterstützen. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt und Kraft und Lebensqualität nehmen zu. Maßgeblich ist dabei immer die individuelle Situation und der Gesundheitszustand der Betroffenen: Was braucht der Körper, was verträgt er und was ist aus Patientensicht überhaupt möglich? Denn die Nahrungsaufnahme kann aus verschiedenen Gründen stark beeinträchtigt sein.15
Sie dürfen essen, was Ihnen schmeckt und bekommt und der Genuss sollte nicht zu kurz kommen. Dabei können Sie sich an den Empfehlungen für Gesunde orientieren: Die Ernährung sollte eiweißreich, reich an gesunden Fetten wie z.B. Nüsse, fettem Seefisch, Leinöl sowie reich an Vitaminen und Spurenelementen sein. Mit dieser Ernährung unterstützen Patienten ein stabiles Körpergewicht, die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, die onkologische Therapie, das Immunsystem sowie den Erhalt der Lebensqualität.2
Bei einer Krebserkrankung ist durch den bis zu 3-fach erhöhtem Energieverbrauch und der eventuell verringerten Nahrungsaufnahme, eine Gewichtsabnahme eine sehr häufige Begleiterscheinung. Durch eine Ernährungsberatung zum Einsatz hochkalorischer Nahrungsmittel und den Austausch bestimmter Nahrungsmittel, um den Energiegehalt zu erhöhen, kann eine starke Gewichtsabnahme verhindert
werden. Falls keine Möglichkeit besteht, den entsprechenden Energiebedarf mit natürlichen Lebensmitteln zu decken, kann der Einsatz, sogenannter „Astronautennahrung“ in Erwägung gezogen werden. Trinknahrung ist eine gute Möglichkeit ausreichend Energie, Vitamine und Mineralstoffe auf kleinstem Volumen aufzunehmen. Nach Operationen an Verdauungsorganen, empfiehlt sich eine
Ernährungsweise nach den Richtlinien einer leichten Vollkost, die durch ein ständiges Probieren, anderer Lebensmittel ständig erweitert werden kann und sollte. Generell gilt: Alles was vertragen wird, ist erlaubt!3
Die leichte Vollkost – früher auch als „Schonkost“ oder„gastroenterologische Basisdiät“ bezeichnet – ist eine Kostform, mit der sich zwar kein direkter therapeutischer Effekt erzielen lässt, die aber zur Entlastung einzelner Verdauungsorgane oder des gesamten Stoffwechselgeschehens beitragen soll.
Sinn und Zweck dieser Kostform ist somit die Vermeidung unspezifischer Unverträglichkeiten im Bereich des Verdauungstraktes und damit das Ausschalten möglicher Beschwerden wie Durchfall, Völlegefühl, Schmerzen, Druck, Übelkeit, die bei Erkrankungen im Verdauungsbereich auftreten können. Leichte Vollkost unterscheidet sich von der „normalen“ Vollkost durch Weglassen von Lebensmitteln, Getränken und Speisen, die erfahrungsgemäß bei den verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oft Unverträglichkeiten auslösen.
Sie ist eine vollwertige, ausgewogene Ernährungsweise, die den Körper mit allen notwendigen Stoffen in ausreichendem Maße versorgt. Der leichten Vollkost liegen die allgemeinen Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie die Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung zugrunde.4
Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Paprikaschoten und Kohlsorten werden von vielen Patienten als unverträgliche Lebensmittel angegeben. Gemüse und Obst wird oft besser vertragen, wenn es gekocht ist. Vollkornbrot und Haferflocken, die ähnlich wie Grobgemüse reichlich Unverdauliches (Ballaststoffe) enthalten, werden nur selten gut vertragen.5
Frittierte, panierte und gegrillte Gerichte, Geräuchertes, süße und fette Backwaren, Mayonnaise und Süßwaren gelten häufig als unverträglich. Auch kohlensäurehaltige Getränke, stark gewürzte Speisen und solche, die besonders heiß oder kalt serviert werden, lösen bei vielen Patienten Beschwerden aus.6
Bereiten Sie Ihre Gerichte schonend zu, um möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten. Testen Sie Ihnen fremde Lebensmittel grundsätzlich in kleinen Portionen. Das gilt vor allem, wenn Sie fremdländische Küchen kennen lernen wollen.7
Die Volksweisheit „Gut gekaut ist halb verdaut“ gilt für Magen-Darm-Empfindliche in besonderer Weise. Hastig herunter geschlungene Bissen müssen im Magen erst mühsam aufgespalten werden. Das kann beschwerlich sein. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und kauen Sie gut.
Viele als unverträglich eingestufte Lebensmittel sind gut gekaut durchaus verträglich. Hinzu kommt: Wer hastig isst, nimmt oft zu viel. Der Überblick über die Nahrungsmenge geht verloren und das Sättigungsgefühl setzt erst später ein. Starkes Völlegefühl kann die Folge sein.
Essen Sie deshalb bewusst und beschäftigen Sie sich nicht mit anderen Dingen, schon gar nicht mit Problemen. „Ärger schlägt auf den Magen“ – beim einen wirkt er als Appetitszügler, beim anderen führt er zu unkontrolliertem Essen. Darüber hinaus kann eine entspannte, ruhige Atmosphäre bei Tisch allein schon „Wunder“ bewirken – auch für die Verträglichkeit der Speisen.7
Essen Sie möglichst regelmäßig. Unregelmäßiges Essen bedeutet zusätzlichen Stress für den Magen. 5-6 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten das Verdauungssystem viel weniger als 3 große Mahlzeiten.
Essen Sie abends nicht zu schwer und nicht zu viel. Mit vollem Magen schläft es sich nicht so gut. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens 2 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden.8
Wenn Sie an Gewicht zunehmen möchten, machen Sie sich Appetit mit Gerichten, die Sie gerne essen. Essen Sie jedoch niemals unter Zwang.9 Unterstützung zu diesem Thema erhalten Sie auch von Ihren behandelnden Ärzten oder einem Ernährungsberater.
Lebensmittelunverträglichkeiten haben komplexe Ursachen. Deshalb kann es keine einheitlichen Ernährungsempfehlungen geben.
Bitte beachten Sie, dass Unverträglichkeiten individuell sehr unterschiedlich sind und fragen Sie bei ihrem Auftreten sowie bei bestehenden Unklarheiten Ihre behandelnden Ärzte oder einen Ernährungsberater.10
Wenn Ihre Bauchspeicheldrüse nur noch unzureichend Verdauungsenzyme produziert, kann es dazu kommen, dass Sie zur Unterstützung der Verdauungsfunktion ein Medikament einnehmen müssen. Dieses enthält dann die wichtigen Enzyme für die Verdauung von Eiweiß (Proteasen), Kohlenhydraten (Amylasen) und Fetten (Lipasen). Der Enzymgehalt ist der Produktbezeichnung zu entnehmen. Diese Präparate sind magensaftresistent und entwickeln erst im oberen Dünndarm ihre optimale Wirkung. Das Pankreasenzympräparat sollte während der Mahlzeit eingenommen werden.
Falsch ist es, die Kapseln oder das Granulat mit großen Flüssigkeitsmengen vor dem Essen einzunehmen. Die Einnahme der Enzyme nach dem Essen ist genauso ungünstig. Wenn mehrere Kapseln eingenommen werden, empfiehlt es sich, die Gesamtdosis zu splitten und über die Mahlzeit zu verteilen. Die Dosierung bestimmt der Arzt. Die Verdauungsenzyme müssen immer während der Mahlzeit eingenommen werden.11
Lange galt es als Standard, bei onkologischen Patienten mit intensiver Chemotherapie und/oder Stammzelltherapie auf eine sog. „keimarme Ernährung“ zu achten, bei der die Auswahl der Nahrungsmittel stark beschränkt ist und beispielsweise frisches Obst und Gemüse sowie nicht erhitzte Lebensmittel und Gewürze tabu sind. In einer aktuellen evidenzbasierten Stellungnahme weisen der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft, des Arbeitskreises Ernährung in der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, des Verbandes der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) und des BerufsVerbandes Oecotrophologie e.V. jetzt auf aktuelle wissenschaftliche Fakten hin. Mit der bisher durchgeführten keimarmen Ernährung (KE) sind deutlich mehr Risiken als Vorteile für die Patienten verbunden.
Die Evidenzlage gibt demnach keine Anhaltspunkte dafür, dass die Infektionshäufigkeit durch die KE geringer ausfällt als durch eine normale Ernährung. Im Gegenteil zeigen verschiedene Metaanalysen sogar eine erhöhte Infektionsanfälligkeit bei Einhalten einer KE. Problematisch ist vor allem das hohe Risiko einer Mangelernährung bei dieser Ernährungsform. Das Robert Koch-Institut rät seit 2021 von der keimarmen Ernährung für immunsupprimierte Patienten explizit ab, weist aber auf die Einhaltung von Küchenhygiene im Umgang und der Verarbeitung von Lebensmitteln hin und gibt orientierende Hinweise zur Vermeidung von nahrungsmittelassoziierten Erkrankungen (z.B. nur durchgegartes Fleisch, mind. pasteurisierte Milchprodukte).
Die Fachgesellschaften und Arbeitsgruppen fordern in ihrer Stellungnahme deshalb, Patienten unter und nach intensiven Chemotherapien umfassend ernährungsmedizinisch zu beraten. Jeder Gewichtsabnahme müsse durch geeignete ernährungsmedizinische Maßnahmen begegnet werden. Dabei stehe die qualifizierte Ernährungsberatung mit der Schulung der Patienten bzgl. Einhaltung von Küchenhygiene an erster Stelle.12
Die Stellungnahme ist unter diesem Link abrufbar.
Achten Sie auf Warnsignale hinsichtlich Gewichtsabnahme oder den Verlust von Appetit und versuchen Sie, diese früh zu erkennen und sich entsprechende Hilfe zu suchen.
Für die Feststellung des Ernährungszustandes können Sie 3 kurze Fragen selbstständig beantworten und damit Ihren Ernährungszustand bewerten. Führen Sie diesen Selbsttest wöchentlich durch, um rechtzeitig Hilfe zu erhalten.13
Haben sie einmal mit „ja“ geantwortet benötigen Sie eine professionelle Ernährungsberatung. Bitte fragen Sie Ihre Onkologin oder Ihren Onkologen nach einer fachkundigen Beratungsstelle.
Einen ähnlichen Selbsttest finden Sie außerdem online unter:
https://www.was-essen-bei-krebs.de/selbsttest/
Haben Sie beim Selbsttest festgestellt, dass die Nahrungsaufnahme Ihnen zeitweise oder grundsätzlich Probleme macht, brauchen Sie individuellen ernährungsmedizinischen Rat.
In vielen onkologischen Zentren werden inzwischen Ernährungsberatende in das Behandlungsteam eingeschlossen. In Kliniken und Praxen werden stationär oder ambulant Ernährungssprechstunden angeboten. Gerne können Sie hierzu auch ihre behandelnde Onkologin oder Ihren behandelnden Onkologen bzw. ihre Krankenkasse um Tipps für Beratungsangebote zur Ernährung in ihrer Nähe bitten.
Lassen Sie sich eine Notwendigkeitsbescheinigung ausstellen. Die Beratung erfolgt durch professionelle Beratungsangebote selbstständiger Ernährungsberaterinnen oder Ernährungsmediziner.
Ernährungsmaßnahmen sind stets eine unterstützende Therapie und keine alleinige Tumortherapie. Kurz: es gibt keine Tumortherapie im Bereich der Ernährung. Doch nicht nur das. Es gibt darüber hinaus verschiedenste ernährungsphysiologisch bedenkliche und damit abzulehnende Krebsdiäten, die vereinzelt immer noch propagiert werden.14 Dazu zählen zum Beispiel:
Evidenzgestützte Informationen zu komplementärmedizinischen Ansätzen im Bereich der Ernährung finden Krebspatienten und ihre Angehörigen zum Beispiel beim Internetauftritt "Komplementäre Methoden bei Krebs", einem Kooperationsprojekt der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen mit dem Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität zu Köln (Prof. Beuth). Die dort zusammengefassten Ausführungen für eine bedarfsgerechte Ernährung – mit und ohne Krebserkrankung – berücksichtigen den aktuellen Wissensstand und geben allgemeine Ernährungsempfehlungen.
Krebsinformationsdienst
Ernährung für Tumorpatienten: Essen und Trinken bei Krebs
Essen und Trinken sind für viele Menschen wichtige Themen. Für Krebspatienten haben gesunde, ausgewogene und schmackhafte Mahlzeiten einen besonderen Stellenwert: Sie steigern die Lebensqualität. Welche Tumorarten beeinflussen den Ernährungszustand? Welche Rolle spielt die Therapie? Was kann man bei Mangelernährung tun? Was Fachleute heute zu diesen Fragen wissen und wie ihre Empfehlungen aussehen, hat der Krebsinformationsdienst unter den folgenden Links zusammengestellt. Zum Krebsinformationsdienst
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Ernährung und Krebs
Erfahren Sie mehr über gesunde Ernährung, welche Schadstoffe im Essen Sie meiden sollten und erhalten Sie ergänzende Informationen zur Nahrungsergänzung in der Krebstherapie sowie zu Mangelernährung und Tumorkachexie. Zum Onko-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
BARMER
Ernährung bei Krebs: Was helfen kann und was nicht
Mit einer ausgewogenen Ernährung können krebskranke Menschen ihre Genesung unterstützen. Neben Beschwerden durch die Erkrankung können auch Nebenwirkungen der Therapie gelindert werden. Und auch wenn es eine „Ernährung gegen Krebs“ bisher nicht gibt, kann eine vollwertige Diät den Allgemeinzustand und die Lebensqualität verbessern. Zur BARMER
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 02. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 10. August 2022
Lebensmittelauswahl
Operation
Magen-OP
Darm-OP mit Anus praeter
Bauchspeicheldrüsen-OP
Chemotherapie
Strahlentherapie
Immuntherapie
Es gibt nicht „DIE“ Ernährung bei einer Krebserkrankung, sondern ganz verschiedene Ernährungsempfehlungen. Dabei reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf die verschiedenen Speisen, dennoch lassen sich einige Lebensmittel aufführen, die bei den meisten Menschen zu ähnlichen Reaktionen führen.
Ein guter Ernährungszustand bedeutet einen günstigeren Krankheitsverlauf und eine bessere Lebensqualität für Betroffene. Dabei ist zu unterscheiden, ob nur kleine operative Eingriffe in der Therapie notwendig sind, beispielsweise bei Hautkrebs, oder ob sehr große Operationen mit Entfernung bestimmter Organe notwendig sind.
Bei nur minimalen Eingriffen ist es oft ausreichend sich nur nach den Richtlinien einer gesunden Ernährungsweise und den Empfehlungen der allgemeinen Rehabilitation zu richten. Durch große Operationen und eventuell der Entfernung oder Transplantation bestimmter Organe sind teilweise sehr strenge Ernährungsrichtlinien einzuhalten, unter Umständen auch lebenslang. Durch einen Appetitsverlust und Abneigungen bestimmter Lebensmittel, ist ein unerklärlicher Gewichtsverlust oft das erste Zeichen einer Krebserkrankung. Aufgrund der medizinischen Therapiemaßnahmen kann dieser Gewichtsverlust dann zu einem stärkeren Essproblem führen.
Einen großen Einfluss, auf die Bekömmlichkeit der Nahrungsmittel haben dabei
Um Verdauungsbeschwerden so gering wie möglich zu halten, bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen, ist eine „Leichte Vollkost“, vor allem in den ersten Wochen nach einer Magenentfernung in jedem Fall anzuraten. Als Grundregeln können gelten:
Grundsätzlich gilt: „Lassen Sie sich den Appetit nicht verderben!“ Durch die Ausschaltung eines Dickdarmteils kommt es prinzipiell auch zu einem Funktionsverlust. Dieser Funktionsverlust beschränkt sich in der Regel aber nur auf die Wasseraufnahme, und betrifft nicht die Aufnahme von Nährstoffen. Deshalb kommt es auch nicht zu Mangelerscheinungen oder Störungen der Nährstoffaufnahme infolge der Stomaanlage. Sie benötigen also keine Ergänzung Ihrer ausgewogenen Ernährung, d.h.:
Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da der Wasserentzug im Dickdarm erfolgt. Um Ihren Darm zu einer regelmäßigen Entleerung zu erziehen, sollten Colostomieträger neben den 3 „Hauptmahlzeiten“ etwa 2-3 kleinere Zwischenmahlzeiten in Ruhe einnehmen. Ihr Darm gewöhnt sich mit der Zeit an einen gewissen Rhythmus und die Ausscheidungen erfolgen zu gleichen Zeiten.
Ileostomieträger sollten vor allem mindestens 2 Liter am Tag trinken um den Flüssigkeitsverlust über das Ileostoma auszugleichen. Kontrollen der Elektrolyte und gegebenenfalls gezielter Ersatz (z.B. von Kalium) sind erforderlich. Ileostomieträger sollten ferner beachten, dass Zitronensäure und Essig aggressiven Stuhl bilden, und dass schlecht verdauliche, faserhaltige Speisen (Pilze, Spargel, Nüsse, Orangen, Obstschalen, Popcorn) das Stoma verstopfen und zu einer so genannten Stomablockade führen können. Diese Gefahr kann durch sorgfältiges Kauen vermindert werden.
Bei Bauchschmerzen im Zusammenhang mit Verstopfung und evtl. mit Erbrechen sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren. Spezielle Diätvorschriften für Stomaträger gibt es nicht. Mussten Sie aber vor der Operation eine Diät einhalten, z.B. bei Diabetes, müssen Sie diese Ernährungsrichtlinien natürlich beibehalten. Ihre Ernährung sollte, wie auch allgemein empfohlen, ausgewogen und abwechslungsreich sein.
Speziell in der ersten Zeit nach einer Stomaanlage oder bei neu auftretenden Verdauungsstörungen ist es sinnvoll, einen Ernährungsplan zu führen. Darin notieren Sie genau Art, Menge und Zeitpunkt der aufgenommenen Nahrungsmittel und Getränke, sowie Entleerungszeitpunkt, Stuhlbeschaffenheit oder Besonderheiten (z.B. Blähungen).
Auf diese Weise werden Sie einfach und schnell herausfinden, welche Nahrungsmittel oder Getränke für Sie unangenehme Begleiterscheinungen hervorgerufen können. Diese Nahrungsmittel sollten Sie in Zukunft meiden oder sich auf die Reaktion einstellen (z.B. wegen zu erwartender Blähungen keine Zwiebelsuppe vor einem Theaterbesuch essen).4
Damit die Verdauungsbeschwerden so gering wie möglich gehalten werden oder gar nicht erst entstehen, sollten sie sich vorerst an die Richtlinien einer „leichten Vollkost“ (leicht verdauliche Kost) halten. Grundsätzlich gilt: Sie können alles essen, was Ihnen schmeckt und Ihnen bekommt, aber Sie sollten verschiedene Lebensmittel in kleinen Men-gen ausprobieren. Dazu zählen vor allem fettreiche Sachen wie Wurst oder fettreiche Käsesorten, als auch Zubereitungen, wo viel Fett eingesetzt wurde, z.B. Frittiertes, Paniertes oder Gebratenes. Grundsätzlich gilt dabei:
Chemotherapien haben oft Nebenwirkungen, die eine ausreichende Ernährung oft verhindern. Zusätzlich hat der Körper durch die Krebserkrankung einen bis zu einem 3-fach erhöhten Energiebedarf. Deshalb sind oft eine Ernährungsberatung und eine einleitende Ernährungstherapie notwendig um eine ausreichende Versorgung der Krebspatienten mit den lebenswichtigen Nährstoffen zu gewährleisten. Bei Symptomen wie:
fällt dies den Betroffenen zunehmend schwer.6
Auch während einer Strahlentherapie oder einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie können Nebenwirkungen auftreten. Bei Bestrahlungen im Mund- und Rachenraum sind Symptome wie Schluckbeschwerden, Schleimhautentzündungen im Mundraum und Übelkeit und Erbrechen zu erwarten. Folgen der Bestrahlungen im Bauchraum sind eher Symptome wie Durchfall, Schmerzen im Bauchraum, Blähungen, Krämpfen oder Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Trakt zu erwarten. Bei beiden Formen kann die Nahrungsaufnahme erheblich beeinflusst werden.
Deshalb ist auch bei einer Strahlentherapie oft wieder eine Ernährungsberatung und einleitende Ernährungstherapie notwendig, die nach den Richtlinien einer leichten Vollkost aufgestellt sein sollte.7
Neben Übelkeit und Erbrechen kann der Verdauungstrakt zum Beispiel mit Durchfall auf eine immunologische Krebstherapie reagieren. Dies ist, anders als bei der Chemotherapie, jedoch keine Reaktion auf die Toxizität des Krebs-Medikaments, sondern eine Reaktion des Immunsystems, die einer anderen Behandlung bedarf als Chemotherapie-assoziierte Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich.
Früh erkannt sind diese Nebenwirkungen meist gut behandelbar. Es ist deshalb immer wichtig, sich umgehend mit den behandelnden Ärzten hierzu auszutauschen, um geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.8
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 04. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 11. August 2022
Empfehlenswerte Lebensmittel bei Durchfall
Empfehlenswerte Lebensmittel bei Schleimhautentzündung
Geeignete Speisen bei Kau- und Schluckbeschwerden
Geeignete Lebensmittel bei Blähungen
Mangelernährung
Durch eine Krebserkrankung und natürlich auch durch die im Kampf gegen den Krebs genutzten Therapieformen, wie OP, Strahlen-, Chemo- und Immuntherapie, können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, die sich auch auf Ihre Ernährung auswirken. Mit diesen und dem Umgang mit ihnen wollen wir uns hier beschäftigen.
Während der Behandlung tritt häufig eine Abneigung gegen bestimmte Speisen auf. Das Risiko, das damit einher geht, ist eine Gewichtsabnahme, die jedoch vermieden werden sollte, um den Organismus nicht zu schwächen.
Nutzen Sie deshalb Ihr Hungergefühl aus. Essen Sie, wann Ihnen danach ist und achten Sie darauf, etwas im Haus zu haben, was Ihnen schmeckt (z.B. fertige Gerichte). Vermeiden Sie zu lange Vorbereitungszeiten, die den Hunger negativ beeinflussen können. Lassen Sie sich das Essen von jemandem zubereiten, um unangenehme Gerüche beim Kochen zu vermeiden. Sorgen Sie für Frischluft.
Versuchen Sie mehrere kleine Mahlzeiten einzunehmen, auch wenn Sie einmal keinen Appetit haben. Schaffen Sie sich eine angenehme Atmosphäre mit hübschem Geschirr, schönen Tischdecken oder Blumen. Leichte sportliche Betätigung, z.B. Spazieren gehen oder Schwimmen, regen den Appetit an.
Ebenso appetitanregend können auch manche Getränke sein, die Sie 10 Minuten vor dem Essen zu sich nehmen sollten. In Absprache mit dem Hausarzt darf auch auf Bier und Wein zurückgegriffen werden.1
Krebspatienten beschweren sich häufig über Geschmacksveränderungen hinsichtlich süß und bitter, d.h. es wird ein vermehrt bitterer Geschmack wahrgenommen, während sich die Schwelle für süß erhöht. Vermutlich löst die Chemotherapie einen metallischen Geschmack bei verschiedenen Lebensmitteln aus. Daher ist es empfehlenswert milde Speisen zuzubereiten, z.B. Kartoffelbrei, Nudeln, Reis. Um die Geschmacksempfindung positiv beeinflussen zu können, ist es ratsam die Speisen selbst zu würzen.
Die Krebserkrankung kann auch eine Abneigung gegen tierisches Eiweiß hervorrufen. Im Laufe der Zeit können Sie den Appetit auf Fisch und Eier sowie daraus zubereitete Speisen verlieren. Damit Ihrem Körper ausreichend Eiweiß zur Verfügung steht, bevorzugen Sie lieber Milch und Milchprodukte, anstatt Fleisch und Wurstwaren. Erfahrungswerte zeigen eine besonders gute Verträglichkeit von Eis, sowie Hütten- und Weichkäse.
Bitte beachten Sie, dass die vor der Chemotherapie verzehrten Speisen können zu einer Abneigung führen, die durch das Erbrechen hervorgerufen wird. Einige Stunden vor der Behandlung daher nichts essen!2
Übelkeit und Erbrechen können Nebenwirkungen der Strahlen- und/oder Chemotherapie sein. Hier gilt vor allem: Zeit nehmen! Kauen Sie gründlich oder bevorzugen Sie kalorienreiche, flüssige oder breiige Kost. Um für Sie unangenehme Gerüche zu vermeiden, nehmen Sie lieber kalte oder lauwarme Gerichte zu sich. Leichte, fettarme, mild gewürzte Kost in mehreren Portionen. Pfefferminz- und Fruchtdrops geben frischen Atem. Viel Trinken! Nach dem Erbrechen Zähne putzen oder Pfefferminztee trinken. Nach der Nahrungsaufnahme sollten Sie zur Ruhe kommen, sich eventuell hinlegen und darauf achten, dass der Kopf höher liegt als der Körper. Setzen Sie sich während des Essens aufrecht hin. Bei Problemen mit Übelkeit und Erbrechen sind folgende Speisen und Getränke besonders empfehlenswert:
Nach dem Erbrechen benötigt der Organismus 2 bis 3 Stunden, um wieder Nahrung aufnehmen zu können. Nach dieser Zeit können Sie mit salzigen Keksen und kleinen Schlucken Flüssigkeit die Nahrungszufuhr wieder aufnehmen.3
Um den Flüssigkeitsverlust bei Durchfall auszugleichen, müssen Sie viel trinken. Dabei ist es auch wichtig darauf zu achten, dass Sie durch die Anreicherung von Trauben-zucker oder Maltodextrin6 in Getränken und Speisen für zusätzliche Energiezufuhr sorgen. Als Empfehlung gilt: Maltodextrin6 (in Apotheke erhältlich) bzw. Traubenzucker bis zu 200 g/Liter, sowie Salz um den Natriumverlust auszugleichen.4
TIPP
Trinklösung für Erwachsene entsprechend der Empfehlung der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) selbst hergestellt:
Alle Zutaten im Wasser auflösen und in einem geschlossenen Behälter abkühlen lassen.
Spätestens am zweiten Tag sollten Sie mit dem Kostaufbau beginnen! Lassen Sie dabei in Bezug auf Milchprodukte Vorsicht walten. Aufgrund der Chemo- oder Strahlen-therapie kann der Darm geschädigt sein. Dadurch kann der Milchzucker (Laktose) nicht vollständig abgebaut werden. Anzeichen für Unverträglichkeiten sind Blähungen, Krämpfe und vermehrter Durchfall.5
| Geeignete Getränke | Ungeeignete Getränke |
|---|---|
| Stilles Wasser (2,5 - 3,0 l pro Tag | Kohlensäurehaltige Getränke |
| Schwarzer Tee, lang gezogen | Bohnenkaffe |
| Kamillen- und Fencheltee mit etwas Salz, Heidelbeersaft mit Wasser verdünnt, Kakao mit Wasser zubereitet (ohne Zucker) | Alkoholische Getränke |
| Geeignete Speisen | Ungeeignete Speisen |
|---|---|
| Gedünstetes Gemüse, z.B. Spargel, Spinat, Möhren | Frisches Obst und blähendes Gemüse, z.B. Hülsenfrüchte, Kohlgemüse und Salate |
| Reisschleim | Rohe Haferflocken |
| Toast, Weißbrot, Zwieback | Vollkornbrot und andere Vollkornerzeugnisse |
| Möhren-und Cremesuppen, sowie Fleischbrühe mit Salz | |
| Fettarme Sauermilchprodukte, z.B. Quark, Joghurt, Dickmilch | Frische Milch, allgemein gilt: Die Verträglichkeit von Milchprodukten austesten |
| Leichte Kartoffel- und Nudelgerichte | gebratene, fettreiche Lebensmittel, scharfe Gewürze und Kräuter, z.B. Chili, Pfeffer, Knoblauch und Meerrettich |
| Stopfkost: gedrückte Banane, roh mit Schale geriebene, an der Luft gebräunte Äpfel | |
| Fein geriebene Möhren, Heidelbeeren wirken ebenfalls stuhlverfestigend |
Verstopfung kann als Nebenwirkung der Medikation aber auch durch Bewegungsmangel, Angst und Aufregung verursacht werden. Empfehlenswert ist ein behutsamer Umstieg auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Ansonsten können Druck- und Völlegefühl auftreten. Obstsäfte oder warme Getränke auf nüchternen Magen wirken anregend für den Darm. Probieren Sie hier z.B. zwei Löffel Milch-zucker in einem Glas Wasser aufzulösen und über den Tag verteilt zu trinken. Besonders geeignet für die Ernährung bei Verstopfung sind ballaststoffreiche Lebensmittel in Ver-bindung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr:
Mundtrockenheit und verminderter Speichelfluss sind Begleiterscheinungen der Strahlentherapie. Bei trockenen Speisen führt dies zu Kau- und Schluckbeschwerden. Kochsalz wird darüber hinaus häufig als scharf empfunden. Hierbei sollten Sie vor allem
WICHTIG: Speichel schützt und reinigt die Zähne, daher bei Mundtrockenheit und vermindertem Speichelfluss vermehrt auf Mundhygiene achten.7
Milch und Spiesen die Milch enthalten, fördern die Schleimbildung und sollten deshalb vorerst gemieden werden. Geeignete Speisen und Getränke sind
Wichtig: Regelmäßiges Mundspülen und öfter kleinere Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit fördern die Mundflora und erleichtern die Nahrungsaufnahme.8
Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum, sowie in der Speiseröhre und Magenschleimhaut können aus der Chemotherapie resultieren. Sie sollten in dieser Situation auf grobe, salzige, stark gewürzte und säurehaltige Lebensmittel verzichten. Nehmen Sie stattdessen flüssige und pürierte Kost zu sich. Spülen Sie Ihren Mund täglich mehrmals mit Salbeitee und Salzwasser aus. Gegen Entzündungen helfen auch Kamille- und Pfefferminztee, wobei letzterer die Mundschleim-haut austrocknet. Milch und Milchprodukte haben eine regenerierende Wirkung.
Falls die vorangegangenen Empfehlungen nicht aus-reichen, sollte unbedingt der Arzt bezüglich weiterer Therapiemöglichkeiten befragt werden. Mögliche Behandlungsalternativen wären
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Mundhygiene, diese sollten Sie sehr intensiv durchführen, um eine Verschlimmerung der Schleimhautentzündung zu verhindern, beziehungsweise eine Verbesserung zu fördern.9
Der Verlauf von Schleimhautentzündungen kann dabei durch die Wahl der Lebensmittel beeinflusst werden. In Bezug auf Schleimhautentzündungen gelten „weiche Lebensmittel“ als geeignet und „saure Lebensmittel“ als ungeeignet. Hier eine kleine Übersicht der dazugehörigen Nahrungsmittel:10
| „Weiche Lebensmittel” | Saure Lebensmittel |
|---|---|
| Milchbrei und -suppe, Pudding, Ei, Gemüse- und Kartoffelpüree, Polenta, Nudeln, Quark, Cornflakes in Milch aufgeweicht | scharf gewürzte, stark gesalzene, geräucherten Speisen, Essig |
| pfelmus, Birnenkompott, Vanilleeis, Joghurt mit Sahne, Wasser- und Honigmelone | säurehaltiges Obst und Gemüse, wie Apfelsinen, Grapefruit, Tomaten (-suppe), Sauerkraut, Rha-barber |
| Aprikosen-, Birnen-oder Pfirsichsäfte (100%ig mit stillem Mineralwasser verdünnt) | heiße oder (kohlen-) säurehaltige Getränke und Säfte, Tomatensaft |
| fein zerkleinertes Fleisch mit milder Soße | heiße Speisen |
Kau- und Schluckbeschwerden können als Nebenwirkung der Strahlentherapie auftreten. Wir empfehlen eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und weiche breiig-dickflüssige Nahrung aufzunehmen. Kalte Getränke und Eis lindern Schluckbeschwerden. Bitte nehmen Sie verschriebene Schmerzmittel eine bis eineinhalb Stunden vor dem Essen ein.11
| Geeignete Speisen | Ungeeignete Speisen |
|---|---|
| Suppen, Püriertes | scharf gewürzte, stark gesalzene, geräucherten Speisen, Essig |
| weich gekochtes Ei, Rührei | heiße Mahlzeiten und Getränke, sowie feste, brö-selige, trockene Lebensmittel wie |
| Eis, Joghurt, Pudding, Milchmixgetränke, Kefir, Grießbrei, Fruchtgelee | |
| Obst- und Gemüsesäfte | |
| Grundsätzlich reichlich Soße und Getränke zu den Speisen |
Testen Sie die Nahrungsmittel auf ihre individuelle Verträglichkeit. Darüber hinaus werden Blähungen durch eine zu hohe und zu schnelle Nahrungszufuhr ausgelöst. Die Verträglichkeit von Milchprodukten muss ebenfalls ausgetestet werden! Dies geschieht bei Verdacht einer Milchzuckerunverträglichkeit durch Weglassen von Milchprodukten, bei eintretenden Besserungen, diese langsam wieder steigern oder einen H2-Atemtest durchführen.12
| Geeignete Lebensmittel | Ungeeignete Lebensmittel |
|---|---|
| Gegarte ballaststoffarme Gemüsesorten wie Au- bergine, Chinakohl, Chicoree, grüner Salat, junger Kohlrabi, Spargel, Spinat, Tomate, Zucchini | roh, gekochte, ballaststoffreiche Gemüsesorten wie Hülsenfrüchte, Rot- und Weißkohl, Sauer-kraut, Wirsing oder Gurkensalat, rohe Zwiebeln |
| Obst wie Banane, Erdbeeren, Melone, Nektarine, Pfirsich, Zitrusfrüchte oder Kompott | Obst wie Mirabellen, Pflaumen, Stachelbeeren |
| Tee mit Kümmel oder Fenchel | kohlensäurehaltige Getränke |
| Sojaprodukte | |
| stark gewürzte Speisen | |
| Zuckeraustauschstoff Sorbit |
Der Tumor zieht alle Nährstoffe an sich und nutzt diese für sein Wachstum. Daher erklärt sich der Gewichtsverlust. Aber Angst und Sorge wirken sich ebenfalls negativ auf den Appetit aus. Essen Sie daher regelmäßig und wiegen Sie sich einmal pro Woche. Beobachten Sie einen Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent, so bevorzugen Sie kalorien- und eiweißreiche Lebensmittel und unterrichten Sie Ihren Arzt.
Auch fettreiche Lebensmittel spenden dem Körper sehr viel Energie. Nutzen Sie Butter, Creme fraiche, Sahne, fettreiche Wurst- und Käsesorten, wobei letzteres kein Schimmelkäse sein sollte. Zusätzlich sind kalorienreiche Getränke wie Limonade und Cola zur erhöhten Energiebeschaffung sinnvoll. Es besteht die Möglichkeit, die Nahrung mit sogenanntem Maltodextrin6 anzureichern. Dieses auf Maisstärke basierende, energiehaltige und geschmacksneutrale Pulver kann problemlos in Pudding, Geb.ck, Kompott und Quarkspeisen gegeben werden. Sollte das Gewicht weiterhin sinken oder haben Sie das Gefühl, Sie können einfach nicht mehr so gut und reichlich essen wie früher, hilft Ihnen die sogenannte Trinknahrung, das Gewicht zu halten oder zu steigern. Trinknahrung wird von vielen verschiedenen Firmen angeboten und ist in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen erhältlich. Trinknahrung enthält viel Energie, Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in optimaler Menge aber auf kleinem Volumen Flüssigkeit.13
Abwehrschwäche und hohe Infektanfälligkeit sind ebenfalls auf die Krebstherapie zurückzuführen. Das körpereigene Abwehrsystem ist durch die Behandlung geschwächt. Hier können Sie selbst auch aktiv werden und durch Ernährung mit gegensteuern. Beachten Sie dabei zur Risikoverminderung des Auftretens solcher Beschwerden:
Auswirkungen des Tumors, aber auch Nebenwirkungen der Behandlung, wie Schleimhautentzündungen, Kau- und Schluckbeschwerden, Fatigue, Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie Übelkeit führen bei Krebspatientinnen und -patienten oft zu Appetitverlust und einer eingeschränkten Nahrungsaufnahme. Bleibt dies über längere Zeit bestehen, so droht ein Gewichtsverlust mit Muskelabbau. Besteht die Gefahr einer Mangelernährung oder haben Betroffene bereits stark Gewicht verloren, stellen kalorienreiche Lebensmittel mit erhöhtem Fettgehalt eine gute Energiequelle dar. Als Folge einer eingeschränkten körperlichen Aktivität oder von Entzündungsprozessen können Krebspatienten zudem einen erhöhten Proteinbedarf aufweisen. Unter fachlicher Anleitung sollte dann der Proteinanteil in der Nahrung angehoben werden. Begleitend können bewegungstherapeutische Maßnahmen für den Muskelerhalt oder -aufbau hilfreich sein.15
Individuelle Situation entscheidend
Reicht die normale Nahrungsaufnahme nicht aus, kann eine Ernährungstherapie unterstützend zur eigentlichen Tumortherapie durchgeführt werden. Ziel ist es, nicht nur den Ernährungszustand, sondern auch die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten und die Verträglichkeit der Krebsbehandlung soweit wie möglich zu verbessern. Dazu wird empfohlen, den Ernährungszustand der Patienten frühzeitig zu untersuchen und regelmäßig zu kontrollieren. Die eigentlichen ernährungstherapeutischen Maßnahmen hängen von der individuellen Situation ab. Dabei können zum Beispiel auch der Allgemeinzustand oder mögliche Begleiterkrankungen eine Rolle spielen.16
Fast die Hälfte aller Krebspatienten sieht sich im Verlaufe ihrer Krebserkrankung mit Mangelernährung sowie dem Abbau von Fett- und Muskelmasse (Tumorkachexie) konfrontiert. Die Deutsche Krebsgesellschaft weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Experten für die Diagnose Kachexie die folgende Kriterien festgelegt haben:
Da auch die weitere Krankheitsprognose hiervon beeinflusst wird, sollten sich Betroffene und ihre Angehörigen hier professionelle Beratung und Unterstützung suchen.17
Auf den Seiten von Nestle Österreich wird ein Mangelernährung-Risiko-Test (als Online-Version bzw. Kurzversion und Langversion zum Herunterladen) angeboten. Das MNA® (Mini Nutritional Assessment) ist ein Screening-Instrument, mit dessen Hilfe einfach und rasch eine bestehende Mangelernährung bzw. das Risiko für Mangelernährung erkannt werden kann. Bitte beachten Sie jedoch dabei, dass die konkrete Diagnose immer durch einen Arzt erfolgen muss. Bitte wenden Sie sich deshalb mit Ihren Fragen und bei auftretenden Problemen an Ihre behandelnden Ärzte.
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 04. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 11. August 2022
Wann ist sie sinnvoll?
Trinknahrung
Sondennahrung
Wann Sondennahrung nutzen?
Flüssigkeit und Sondennahrung
Ernährungssonden
Verabreichung von Sondennahrung
Parenterale Ernährung
Ist die normale Energie- und Nährstoffzufuhr unzureichend - bei einer Energiezufuhr unter 1200 kcal/Tag ist eine adäquate Zufuhr lebensnotwendiger Nährstoffe nicht mehr gewährleistet – kann die Ernährung zunächst durch zusätzliche Trinknahrung ergänzt werden. Auch hier kann den individuellen Bedürfnissen eines Patienten durch spezielle Zubereitungsformen (energiereich, eiweißreich, mit und ohne Ballaststoffe, mit aufgespaltenen Fetten, milchzuckerfrei u.v.m.) Rechnung getragen werden.
Erst wenn eine orale Ernährung nicht bzw. nicht mehr möglich ist, kommen künstliche Ernährungsformen zum Einsatz. Ist eine längerfristige enterale Ernährung oder eine heimenterale Ernährung geplant, ist die Anlage einer PEG (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) sinnvoll.
(a) Enterale Ernährung (Zufuhr von Nahrung unter Zuhilfenahme des Magen-Darm-Kanals)
(b) Parenterale Ernährung, d.h. Einnahme von Nahrung unter Umgehung des Magen-Darm-Kanals (z.B. intravenös)
Wenn eine Ernährung, aus den verschiedensten Gründen über den Verdauungstrakt nicht mehr möglich ist, gibt es die Möglichkeit zur Ernährung über die Blutbahn. In so einem Fall, wird bei einer längerfristig geplanten parenteralen Ernährung ein sogenanntes PORT-System implantiert. Dieses mit den großen Blutgefäßen verbundene System ermöglicht eine optimale Ernährung. Parenterale Ernährungslösungen können einzeln in Apotheken angemischt werden oder werden bereits fertig als Infusionsbeutel von Firmen angeboten. Der Entscheid, welche parenterale Ernährung notwendig ist, wird von Ihrem behandelnden Arzt getroffen.1
Trinknahrung ist sehr energiereich bzw. eiweißreich. Sie ist auch für bestimmte Ernährungsbedürfnisse (z.B. bei Niereninsuffizienz) einsetzbar. Sie ist ideal geeignet zur Therapie und Prävention von Nährstoffmangelsituationen. Eine entsprechend den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin umgesetzte enterale Ernährung (Trinkoder Sondennahrung) führt bei Tumorpatienten im Vergleich zu normaler Nahrung zu
Sondennahrung ist eine industriell gefertigte Ernährungslösung. Sie ist einer ausgewogenen gesunden Ernährung angepasst und enthält Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in ausreichender Menge.
Einige Produkte enthalten Ballaststoffe, um eine gesunde Verdauung zu fördern. Es gibt verschiedene Sondennahrung, die jeweils auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt sind. Die Sondennahrung ist in Flaschen oder Kunststoffbeutel verpackt. Mit Hilfe eines Überleitsystems wird sie in die Ernährungssonde und somit in den Magen oder Dünndarm geleitet. Die Auswahl der Sondennahrung ist abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild. Die Menge richtet sich nach dem Körpergewicht und der Körpergröße.3
Sondennahrung ist eine Form der „enterale Ernährung“ (Zufuhr von Nahrung unter Zuhilfenahme des Magen- Darm-Kanals). Hierbei wird die Nahrung in flüssiger Form über eine Ernährungssonde verabreicht. Eine solche Ernährungsform wird notwendig, wenn Patienten nicht mehr ausreichend schlucken können oder dürfen und aus diesem Grund „künstlich“ ernährt werden müssen.
Auch andere Ursachen, z.B. Verdauungsstörungen, können eine Sondennahrung notwendig machen. Mitunter wird die enterale Ernährung auch zusätzlich zur normalen Ernährung verabreicht. Das Ziel einer Ernährungstherapie ist es, eine Mangelernährung zu behandeln bzw. zu lindern.4
Um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, ist in den meisten Fällen die Gabe von Flüssigkeit zusätzlich zur Sondennahrung notwendig. Dies erfolgt dann über spezielle Flüssigkeitsbehälter bzw. mit Hilfe einer Spritze. Am besten geeignet ist stilles Mineralwasser. Bei guter Trinkwasserqualität kann auch frisches Leitungswasser benutzt werden. Tee, Erfrischungsgetränke, alkoholische Getränke und Säfte sind für die Verabreichung über eine Sonde nicht geeignet.5
Eine Ernährungssonde ist ein Schlauch, der aus Kunststoff besteht. Man unterscheidet verschiedene Arten von Ernährungssonden:
Sondennahrung wird mittels Schwerkraft oder mit Hilfe einer Ernährungspumpe eingenommen. Bei Beginn mit der Verabreichung von Sondennahrung, sollte die Nahrungsmenge langsam eingesteigert werden. Zu schnell verabreichte Sondennahrung könnte zu Erscheinungen von Unverträglichkeit wie Erbrechen, Durchfall oder Völlegefühl führen. Sondennahrung sollte immer bei Raumtemperatur gelagert und verabreicht werden.
Angebrochene Reste sind verschlossen im Kühlschrank aufzubewahren und maximal 24 Stunden haltbar. Bei der Gabe von Sondennahrung sollte der Oberkörper hoch gelagert sein und dies auch bis ca. 1 Stunde nach Nahrungsaufnahme beibehalten werden. Das Mischen der Sondennahrung mit anderen Flüssigkeiten, sowie das Verabreichen selbstgekochter Suppen oder pürierter Speisen ist nicht zu empfehlen.7
Wenn eine Ernährung, aus den verschiedensten Gründen über den Verdauungstrakt nicht mehr möglich ist, gibt es die Möglichkeit zur Ernährung über die Blutbahn. In so einem Fall, wird bei einer längerfristig geplanten parenteralen Ernährung ein sogenanntes PORT-System implantiert. Dieses mit den großen Blutgefäßen verbundene System ermöglicht eine optimale Ernährung.
Parenterale Ernährungslösungen können einzeln in Apotheken angemischt werden oder werden bereits fertig als Infusionsbeutel von Firmen angeboten. Der Entscheid, welche parenterale Ernährung notwendig ist, wird von Ihrem Arzt getroffen.8
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 04. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 11. August 2022