Ernährung und Krebsrisiko
10 Regeln gesunder Ernährung
Schadstoffe in der Nahrung
Nahrungsergänzungsmittel
Antioxidantien
Vitamine
Weiterführende Informationen
Eine gesunde und bewusste Ernährung ist für alle Menschen von Bedeutung, um die eigene Gesundheit aufrecht zu erhalten oder positiv zu beeinflussen. Für Krebspatienten spielt die passende Ernährung allerdings eine noch viel entscheidendere Rolle. Zwar lässt sich der Krebs durch eine passende Ernährung allein nicht besiegen. Dass eine kluge Zusammenstellung aller notwendigen Nährstoffe die Vitalität und die Lebensqualität unterstützen kann, ist aber unumstritten.1 Auch in der Nachsorge einer Tumorbehandlung spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Insbesondere dann, wenn Betroffene mit den Auswirkungen der Anti-Tumor-Therapie zu kämpfen haben, lohnt es sich mittels angepasster Ernährung auf die Probleme des Betroffenen einzuwirken. Im Folgenden wollen wir Ihnen hilfreiche Informationen und praktische Tipps zum Thema Ernährung und Krebs bereitstellen. Bitte bedenken Sie, dass die bereitgestellten Informationen nur zu einer ersten Orientierung dienen. Eine individuelle Beratung durch Ernährungsberater oder ärztliches Fachpersonal sollte hierdurch nicht ersetzt werden.
Körperliche Inaktivität, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Genussmittel und Schutz vor UV-Strahlung sind beeinflussbare Risikofaktoren für Krebs. Diese gilt es in der Primärprävention zu reduzieren, damit Krebs gar nicht erst entsteht. Die Sekundär- und Tertiär-Prävention zielt darauf ab, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und krankheits- oder therapiebedingte Nebenwirkungen und Spätfolgen zu mildern.2
Die WHO geht davon aus, dass rund 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Ländern auf ungünstige Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sind.3 Übergewicht ist dabei ein wesentlicher Risikofaktor. Studienauswertungen der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) gehen davon aus, dass Übergewicht mindestens 13 Krebsarten begünstigt. Als gesichert gilt weiter, der schädigende Effekt von Alkohol. Dieser kann an der Entstehung von Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lebertumoren und Dick- und Enddarmkrebs sowie von Brustkrebs (bei Frauen) beteiligt sein. Es gilt also diese Risikofaktoren zu minimieren und sich auf eine ausgewogene Ernährung zu konzentrieren.
„Man darf die krebspräventive Wirkung der Ernährung sowie einzelner Nahrungsmittel aber nicht isoliert betrachten. Erst im Zusammenspiel mit Bewegung und einem gesunden Lebensstil kommt sie zum Tragen. Jemand, der sich gut ernährt, aber raucht und keinen Sport treibt, hat dennoch ein erhöhtes Krebsrisiko“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. rer. biol. hum Nicole Erickson, Koordinatorin für Gesundheitskompetenz und E-Health am LMU Klinikum München.4
Hierzu hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) als Empfehlung 10 Regeln der gesunden Ernährung zusammengestellt, die wir in der Zusammenstellung unserer täglichen Nahrung und in unseren Essgewohnheiten beherzigen sollten.5
Genießen Sie die Lebensmittelvielfalt. Merkmale einer ausgewogenen Ernährung sind abwechslungsreiche Auswahl, geeignete Kombination und angemessene Menge nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel.
Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten kaum Fett, aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Verzehren Sie diese Lebensmittel mit möglichst fettarmen Zutaten.
Genießen Sie 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart, oder auch 1 Portion als Saft – idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit und auch als Zwischenmahlzeit: Damit werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Carotinoiden, Flavonoiden) versorgt. Das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit tun können.
... sowie Eier in Maßen. Diese Lebensmittel enthalten wertvolle Nährstoffe, wie z.B. Calcium in Milch, Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren in Seefisch. Fleisch ist Lieferant von Mineralstoffen und Vitaminen (B1, B6 und B12). Mehr als 300 – 600 g Fleisch und Wurst pro Woche sollten es nicht sein. Bevorzugen Sie fettarme Produkte, vor allem bei Fleischerzeugnissen und Milchprodukten.
Fett liefert lebensnotwendige (essenzielle) Fettsäuren und fetthaltige Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine. Fett ist besonders energiereich, daher kann zu viel Nahrungsfett Übergewicht fördern. Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, mit der möglichen Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und Fette (z.B. Raps- und Sojaöl und daraus hergestellte Streichfette). Achten Sie auf unsichtbares Fett, das in Fleischerzeugnissen, Milchprodukten,
Gebäck und Süßwaren sowie in Fast-Food- und Fertigprodukten meist enthalten ist. Insgesamt 60 – 80 Gramm Fett pro Tag reichen aus.
Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z.B. Glucosesirup) hergestellt wurden, nur gelegentlich. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen und wenig Salz. Verwenden Sie Salz mit Jod und Fluorid.
Wasser ist absolut lebensnotwendig. Trinken Sie rund 1,5 bis 2,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und andere kalorienarme Getränke. Alkoholische Getränke sollten nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen konsumiert werden.
Garen Sie die jeweiligen Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen, soweit es geht kurz, mit wenig Wasser und wenig Fett – das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Verbindungen.
Bewusstes Essen hilft, richtig zu essen. Auch das Auge isst mit. Lassen Sie sich Zeit beim Essen. Das macht Spaß, regt an vielseitig zuzugreifen und fördert das Sättigungsempfinden.
Ausgewogene Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport (30 bis 60 Minuten pro Tag) gehören zusammen. Mit dem richtigen Körpergewicht fühlen Sie sich wohl und fördern Ihre Gesundheit.
Die 10 Regeln der DGE sind aufgestellt, um einen Leitfaden zur gesundheitsfördernden Ernährung zu haben. Ohne starr festgelegte Richtlinien, lassen sich die einzelnen Regeln einfach in die Praxis umsetzen und in das tägliche Leben integrieren.
Ja, Schadstoffe in unserer Nahrung können in Bezug auf die Krebsentstehung zum Risiko werden.6
Können Nahrungsergänzungsmittel in der Krebsprävention helfen? Laut „World Cancer Research Fund“ zeigen die Studiendaten, dass hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sowohl vor Krebs schützen als auch Krebs begünstigen können. In speziellen Hochrisikogruppen der Bevölkerung können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel aufgrund verschiedener Studien zur Krebsprävention beitragen. In Bezug auf die allgemeine Bevölkerung kann jedoch keine sichere Einschätzung des Nutzens sowie der Risiken dieser Produkte vorgenommen werden, weshalb eine allgemeine Empfehlung zur Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln zur Prävention von Krebserkrankungen nicht gegeben werden kann. Die Erhöhung der Zufuhr relevanter Nährstoffe mit der üblichen Kost wird deshalb weiterhin vorgezogen. Eine unzureichende Zufuhr natürlicher Nährstoffe ist deshalb für sonst gesunde Menschen grundsätzlich jedoch am besten durch eine Nahrungsumstellung zu beheben. Es kann jedoch Situationen geben, in denen der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert ist. Dies sollte jedoch nur in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzten erfolgen.7
Was sind Antioxidantien? Antioxidantien sind natürliche Inhaltsstoffe, die unsere Körperzellen vor schädlichen Einflüssen schützen können. Zu den Antioxidantien zählen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn wir uns ausgewogen und abwechslungsreich ernähren (vergleiche hierzu die 10 Ernährungsregeln der DGE), dann ist unsere Versorgung mit diesen wichtigen Inhaltsstoffen normalerweise gesichert.
Freie Radikale entstehen beispielsweise durch Stress oder Zigarettenrauch, beim Sonnenbaden und selbst wenn wir atmen. Dabei laufen in unserem Körper Vorgänge ab, die wir Oxidation nennen. Bei der Oxidation entstehen sogenannte freie Radikale. Unser Körper kann eine gewisse Menge dieser aggressiven Verbindungen abfangen und auf diese Weise mögliche Zellschäden verhindern. Erst wenn freie Radikale im Übermaß entstehen, können sie uns schaden.
Antioxidantien helfen uns, mit freien Radikalen fertig zu werden. Sie wirken Oxidationsvorgängen entgegen und machen freie Radikale unschädlich. So sorgen Sie für ein natürliches Gleichgewicht im Körper. Eine Empfehlung zur ergänzenden Einnahme von Antioxidantien kann nicht ausgesprochen werden, da diese sich in natürlichen Lebensmitteln und vor allem in frischem Gemüse und Obst befinden, welches ohnehin auf dem täglichen Speiseplan stehen sollte.
Wo finden wir Antioxidantien? Zu den bekanntesten Antioxidantien zählen die Vitamine C und E, Carotinoide, die Spurenelemente Selen und Zink sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie Sulfide, Phytoöstrogene, Polyphenole und Carotinoide (z.B. Beta-Carotin, die Vorstufe des Vitamin A). Eine Fülle von Antioxidantien, die das Krebsrisiko senken können, lagert im Obst und Gemüse und macht die freien Radikale unschädlich:
Ob Vitamine mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden müssen oder nicht, sollte dabei immer individuell für jeden einzelnen Menschen entschieden werden. Vorsicht ist jedoch bei sehr hoch dosierten Vitaminpräparaten geboten, denn hier gibt es keine eindeutigen Studienergebnisse.
Viel Vitamin C enthalten Zitronen, Orangen und andere Zitrusfrüchte, Johannisbeeren, Paprika, Kiwi, Tomaten und Sanddorn. Ebenfalls viel Vitamin C liefern Kartoffeln, da sie in relativ großen Mengen und regelmäßig verzehrt werden.
Besonders reich an Vitamin E sind Ölfrüchte und Nüsse/Mandeln sowie Weizenkeimöl, Maisöl, Sonnenblumenkerne, Öl aus Sonnenblumenkernen und Sojaöl.9
Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE.
Vollwertig essen und trinken hält gesund, fördert Leistung und Wohl befinden. Wie sich das umsetzen lässt, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in 10 einfachen Regeln formuliert.
Ein Poster der DGE als pdf-Datei.
Ernährung und Krebsvorbeugung: Kann gesunde Kost das Krebsrisiko senken?
Unser Lebensstil beeinflusst unsere Gesundheit. Die Lebens- und Essgewohnheiten spielen auch bei der Entstehung vieler Krebsarten eine Rolle. Welche Krebsarten lassen sich durch die Ernährung beeinflussen, welche nicht? Wie ernährt man sich am besten, um das Krebsrisiko gering zu halten?
Informationen des Krebsinformationsdienstes in Heidelberg.
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 02. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 10. August 2022