Innere Unruhe, Nervosität und Angst erleben viele Betroffene im Laufe Ihrer Erkrankung. Oft ist es gar nicht die Erkrankung selbst, die diese Anspannung auslöst, sondern die regelmäßigen Untersuchungen oder das ruhige Liegen während der Computertomographie.1 Dabei ist, neben der richtigen Ernährung und ausreichender Bewegung, auch der Abbau von Stress und die gezielte Nutzung von Entspannungsprogrammen eine wichtige Stellschraube der Selbstfürsorge - nicht allein während einer Anti-Tumor-Therapie.
„Zeit die wir uns nehmen, ist die Zeit die uns etwas gibt.“
Ernst Ferstl
Entspannungsverfahren bieten ein breites Einsatzgebiet und können insbesondere im Verlauf der Chemotherapie angewendet werden, um mögliche Nebenwirkungen zu reduzieren.2 Man sollte keineswegs erwarten, dass die genannten Verfahren die konventionelle Krebstherapie verbessern oder gar ersetzen können. Dies zu versprechen wäre nicht seriös. Erwartbar wäre aber ein positiver Einfluss auf die folgenden Faktoren:
Die Verfahren Tai Chi, Yoga und Qigong erhielten in der neu erschienenen S3 Leitlinie eine klare Empfehlung für die Bewältigung der chronischen Erschöpfung.3 Eine „kann“-Empfehlung erhielt Meditation in Bezug auf Ängstlichkeit, Depressivität, Lebensqualität und Stress. Die Daten beziehen sich hier hauptsächlich auf Brustkrebspatienten. Es ist anzunehmen, dass auch andere Betroffene von dieser Intervention profitieren. Wenn Sie zum Thema „Entspannungstechniken und Krebs“ mehr erfahren möchten, können Sie sich gerne im Onko-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. hierzu informieren.
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 16. Februar 2022
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2022
In diesem Bereich möchten wir Ihnen die bekanntesten und im Rahmen eines systematischen Entspannungstrainings am häufigsten eingesetzten Verfahren kurz vorstellen, um Sie bei der Auswahl eines für Sie geeigneten Entspannungsverfahrens zu unterstützen.
Die einzelnen Entspannungsmethoden bzw. –verfahren unterscheiden sich hinsichtlich ihres Zugangsweges, der einerseits eher im geistig-psychischen (mentalen) oder andererseits mehr im körperlich-bewegungsorientierten Bereich liegt. Das kann für die individuelle Auswahl ausschlaggebend sein. Trotz dieser unterschiedlichen Zugangswege werden jedoch bei allen diesen Verfahren stets beide Ansatzpunkte angesprochen und gemeinsam trainiert, da sie konzeptionell in jedem Falle von der psycho-physiologischen Einheit des Menschen ausgehen.
Überlegen Sie und probieren Sie praktisch aus, welcher Ansatz Ihnen am meisten zusagt und Ihrer Problemstellung am ehesten entspricht. Aus diesem Grund erhalten Sie zu jedem Verfahren eine Literaturempfehlung. Dabei werden Bücher vorgestellt, die das jeweilige Verfahren wissenschaftlich korrekt und an Hand von Übungsanleitungen anschaulich sowie praktisch nachvollziehbar darstellen. Im Folgenden werden das Autogene Training und die Progressive Relaxation sowie die Übungssysteme Yoga und Qi Gong und die Meditation vorgestellt. Es sind alles Methoden, Verfahren oder Übungsprogramme die ein systematisches Trainingskonzept verlangen und von ausgebildeten, zertifizierten Trainern/Trainerinnen, in der Regel in Gruppen, vermittelt werden.
Das Autogene Training wurde - wie bereits beschrieben - von J. H. Schultz entwickelt, wird vielfach eingesetzt und gehört neben der Progressiven Relaxation (E. Jacobson) zu den am besten untersuchten Entspannungsverfahren.
Autogen bedeutet, in sich selbst (griech.: autos) einen bestimmten Zustand entstehen (griech.: gen) zu lassen. Der Entspannungszustand soll durch inneres Sprechen von Formeln und unterstützenden Vorstellungen erreicht werden. Diese beziehen sich vor allem auf körperliche, d. h. muskuläre und vegetative Prozesse. Dabei entstehende psycho-neuronale Verbindungen sollen so gefestigt werden, dass sie jederzeit bewusst abgerufen werden können und zu einer umfassenden Entspannungsreaktion führen. Der Zugangsweg liegt in erster Linie im mentalen (geistigpsychischen) Bereich; Konzentration und Vorstellungskraft werden besonders gefordert. Die psychische und körperliche Entspannung soll über die intensive Vorstellung formelhafter Sätze bzw. über Gedanken und innere Bilder erreicht werden.
Beispiele für Formeln des AT in der Grundstufe:
Für die Methode des Autogenen Trainings sind suggestive, auf das angestrebte Ergebnis ausgerichtete, Formulierungen charakteristisch. Das AT wird auch teilweise als Selbsthypnose bezeichnet. (vgl. dazu die „Progressive Relaxation“) Dieser selbstsuggestive Ansatz ergibt sich auch daraus, dass Schultz ursprünglich auf dem Gebiet der Hypnose gearbeitet hat und seine Erfahrungen aus dieser Arbeit die Grundlage für die Entwicklung der Methode des AT bildeten. Das AT besteht aus einer Grundstufe und einer Oberstufe. Im Bereich der Gesundheitsförderung wird in erster Linie mit der Grundstufe gearbeitet. Dabei werden die Schwere und Wärmeübungen sowie bei Bedarf die Organübungen vermittelt. Außerdem können individuell ausgerichtete, formelhafte Vorsätze entwickelt und genutzt werden, z. B. „ich weiß, was ich kann“.
Progressive Relaxation bedeutet fortschreitende Entspannung. Der Begriff bezieht sich auf das schrittweise Entspannen einzelner Muskelgruppen im gesamten Körper sowie auch auf den fortschreitenden Übungserfolg durch systematisches Üben. Das von Jacobson relativ offen gestaltete Konzept der „Progressiven Relaxation“ hat im Laufe der Zeit und durch vielfältige Anpassungen immer wieder Veränderungen erfahren. Das hat leider auch dazu geführt, dass die Vermittlung des Verfahrens nicht immer einheitlichen Kriterien folgt und selbst unterschiedliche Bezeichnungen, wie z. B. „Progressive Muskelrelaxation“, „Progressive Muskelentspannung“ oder „Tiefmuskelentspannung“ zu finden sind. Insgesamt ändert das jedoch nichts an der Wirksamkeit der Methode.
Grundmethodik der Progressiven Relaxation
Der Zugangsweg liegt zwischen dem mentalen und körperlich- bewegungsorientierten Ansatz. In der Anspannungsphase überwiegt die körperliche (muskuläre) Seite in Verbindung mit einfachen Bewegungen und entsprechender Körperwahrnehmung. In der Entspannungsphase ist das Hauptaugenmerk auf das Wahrnehmen, Erspüren und gedankliche Vertiefen des Entspannungszustandes gerichtet. Während des Übens wird immer wieder die Selbstwahrnehmung sowie die bewusste Einflussnahme auf den eigenen Entspannungszustand angesprochen.
Die im Training der Progressiven Relaxation verwendeten „Formeln“ sind – im Gegensatz zum Autogenen Training - verlaufsorientiert und darauf gerichtet, dass der jeweilige Entspannungszustand bewusst beobachtet, erspürt sowie verändert oder vertieft wird. Die Progressive Relaxation ist variabel einsetzbar. Bei muskulär bedingten Schmerzen (z. B. Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerz) oder Verspannungen im Alltag (z. B. beim Autofahren) können die jeweiligen Körperbereiche sehr differenziert angesprochen werden, auch ohne völlig zu entspannen.
Gleichzeitig kann mit der gleichen Methode bei Bedarf eine tiefe Gesamtentspannung erreicht werden. In der Fortgeschrittenen-Stufe der Progressiven Relaxation wird die Anspannung nur noch vorgestellt bzw. leicht imitiert und danach entspannt. Diese Technik wird als Vergegenwärtigen bezeichnet und erleichtert eine unauffälligere, variablere Anwendung der Progressiven Relaxation im Alltag.
Yoga ist ein ganzheitlich orientiertes, komplexes Übungssystem, mit dessen Hilfe der Mensch sein inneres Gleichgewicht - zwischen Körper, Geist und Seele - finden und zu einem richtigen, „gesunden“ Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt gelangen soll.
Zum Yoga gehören drei Bereiche. Das sind Körperübungen (die Asanas), Atemtechniken (Pranayama) und die Meditation. Man kann jedoch beim Yoga nur schwer von einem einheitlichen System sprechen, es gibt sehr unterschiedliche Richtungen und daraus abgeleitete Yogaschulen. Die lange Entwicklungsgeschichte des aus Indien stammenden Yoga vollzog sich in unterschiedlichen Etappen mit spezifischen Aufgabenstellungen.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs auch in Europa das Interesse am Yoga. Es bildet sich eine moderne Form des Yoga heraus, die entweder stärker körperorientiert oder eher meditativ ausgerichtet ist. Der religiöse oder weltanschauliche Hintergrund spielt in der Regel keine Rolle. Im Rahmen der gesundheitlichen Förderung und Prävention hat heute vor allem das „Hatha-Yoga“ einen festen Platz, hier stehen Körperübungen und die Atmung im Mittelpunkt.
Im Hatha-Yoga erfolgt der Zugang über den Körper und die Bewegung. Der geistig-psychische Aspekt wird durch die Konzentration auf sich selbst, eine sich zunehmend herausbildende gelassene Achtsamkeit sowie die Stärkung von Körperwahrnehmung, Körpergefühl und Körperbewusstsein angesprochen.
Qi Gong (auch Qigong) wird in der Chinesischen Medizin und auch in Europa als Oberbegriff gebraucht und schließt das später entstandene, aus der Kampfkunst abgeleitete Bewegungssystem Tai Chi (auch Taijquan) ein.
Das Qi Gong, mit seinen differenzierten Bewegungs- und Atemübungen entstand ursprünglich als „Heillehre“, die den Menschen Gesundheit und ein langes Leben ermöglichen sollte. Philosophische Wurzeln sind im Taoismus, aber auch in buddhistischem Gedankengut zu finden. Das Qi Gong wurde und wird heute noch in vielen buddhistischen Klöstern (Aschram) ausgeübt und gelehrt. In beiden Bewegungssystemen spielt das, an die Bewegung gebundene Atmen sowie das Kräftigen, Lösen, Dehnen und Entspannen eine große Rolle. In einem längeren Prozess erfährt der Übende durch die Bewegung und Körperwahrnehmung immer mehr über sich selbst und wird dabei durch einen Lehrer bzw. „Meister“ begleitet. Im Übungsprozess steht - wie im Yoga auch - immer der Weg des Übens und nicht das Übungsergebnis, im Sinne einer Leistung oder vorgegebenen Ausführung im Vordergrund. Im Qi Gong haben sich ebenfalls unterschiedliche Schulen entwickelt, die differenzierte Akzente setzen und als Gesamtsystem in ihren Inhalten mehr oder weniger östlich bzw. westlich ausgerichtet sein können.
Der Zugangsweg führt über Bewegungen, die auf Grund ihres sanften, ruhigen und langsamen Ablaufes sowie ihrer engen Bindung an den Atemvorgang meditativen Charakter tragen und die Konzentration auf sich selbst fördern. Qi Gong spricht bewegungsorientierte Menschen an und hilft, auch eher aktiven Menschen besser zur Ruhe zu kommen und mental abzuschalten. Die Körpererfahrung wird durch bewusstes Wahrnehmen und achtsames Erspüren erweitert, das Erleben wird auf den inneren Fluss der Bewegung gerichtet.
Aus dem Qi Gong ist die Übungsfolge „die acht Brokate“ („acht edle Übungen“) bekannt und relativ leicht zu erlernen. Einzelübungen können individuell zusammengestellt und entsprechend der aktuellen Bedürfnislage genutzt werden. Sie lassen sich auch gut mit anderen gesundheitsorientierten Aktivitäten verbinden z. B. zum Ausklang einer Lauf- oder Geh-Einheit.
Verschiedene Formen und Techniken der Meditation finden in den letzten Jahren im westlichen Raum, insbesondere in Zusammenhang mit der Stressproblematik immer größere Aufmerksamkeit und verstärkten Zuspruch.
Meditationsübungen ermöglichen, sich selbst besser erforschen, erkennen und regulieren zu können. Die Wurzeln der Meditation reichen sehr weit zurück, ihre Inhalte sowie die verschiedenen Meditationspraktiken entwickelten sich vor allem im Rahmen fernöstlicher Übungssysteme. Dort wurden sie vorrangig durch den Buddhismus und Hinduismus geprägt. Meditation und Meditationstechniken findet man aber auch in allen anderen Religionen.
Generell ist jedoch festzustellen, dass der weltanschauliche Hintergrund für die Ausübung von Meditationspraktiken keine Rolle spielt. Meditation ist ein mentaler, nach innen gerichteter Vorgang, wobei achtsames Beobachten und Wahrnehmen im Mittelpunkt steht. Gefördert werden eine achtsame, respektvolle, umfassende und auf wesentliche Qualitäten gerichtete Sichtweise der eigenen Person, der Mitmenschen, der Welt und des Universums.
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 26. Juli 2022
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2022
„Damit jemand im Stande ist, wahrhaft Mitgefühl gegenüber anderen zu entwickeln, benötigt er oder sie zunächst eine Grundlage, auf der Mitgefühl kultiviert werden kann. Diese Grundlage ist die Fähigkeit, mit seinen eigenen Gefühlen verbunden zu sein und für sein eigenes Wohlergehen zu sorgen […]. Fürsorge für andere setzt Fürsorge für sich selbst voraus.“
Dalai Lama
Hört man den Begriff „Selbstfürsorge“, dann fallen den meisten Menschen Schlagworte ein, mit denen sie Selbstfürsorge verbinden. Achtsamkeit, Gesundheit, Selbstwertschätzung – sein Leben selbst gestalten, Grenzen setzen, Fürsorglich mit sich selbst sein. Eine ganz einheitliche Definition gibt es nicht.1
Mit Selbstfürsorge meint man alle Bestrebungen die unternommen werden, um die eigene Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen oder in Schuss zu halten und den eigenen Energietank wieder aufzufüllen.2 Die moderne Medizin fordert Menschen auf sich gut um sich selbst zu kümmern, um körperlichen und seelischen Gebrechen zuvorzukommen. In vielen sozialen Berufen, ist dieses Konzept bereits verankert. Im Rahmen von Supervisionen wird das eigene Handeln reflektiert und Mitarbeiter beraten. Es kann schließlich nur gelingen gut für andere zu sorgen, wenn man vorher gut für sich selbst gesorgt hat und genügend Energie zur Verfügung steht.
Was in sozialen Berufen bereits etabliert ist, gilt es im Persönlichen wieder aufzugreifen. In vielen Lebenslagen ist es wertvoll zu wissen wie man gut für sich sorgt. Deshalb möchten wir Ihnen einen kurzen Exkurs in dieses Thema geben und hoffen, dass sie einige Bausteine für einen achtsameren Umgang mit sich selbst umsetzen können.
Oft hält unser Alltag komplexe Herausforderungen bereit und ist eng getaktet. Die Arbeit, der Haushalt und die Betreuung der Kinder oder der Angehörigen. Nicht selten reiht sich eine Aufgabe an die nächste, ohne dass der Tag eine nennenswerte Pause bereithält, die uns Luft verschafft und in der wir uns erholen können. Der Umgang mit stressigen Lebenssituationen liegt nicht allein in unserer Hand. Schon unsere Kindheit prägt uns und unser Verhalten in stressreichen Situationen. Krankheiten und schwierige Lebensumstände beeinflussen dann weiter ob wir schnell unter Druck geraten oder gelassen bleiben.
Um nachzuvollziehen wie diese Mechanismen funktionieren, hilft die Metapher des überfüllten Fasses. Wir stellen uns vor wir seien Fässer. Wir kommen mit einem bestimmten Füllstand (unserer genetischen Veranlagung) auf die Welt. Stressoren wie Sorgen um die eigene Gesundheit, Schlafprobleme oder Ärger auf Arbeit strömen in Eimern oder in Tropfen auf uns ein1. Können wir diesen Stressoren nichts entgegensetzen, läuft das Fass irgendwann über. Wir werden krank.
Was wir tun müssen, ist dafür zu sorgen, dass nicht zu viel Wasser in das Fass hineinläuft oder wir regelmäßig Sorgen und Belastungen loswerden. Wir müssen also lernen gut auf uns und unsere Ressourcen zu achten. Was können wir also tun?
Für sich selbst zu sorgen kann manchmal gar nicht so leicht sein. Insbesondere wenn der Alltag gut gefüllt ist oder wir den Kopf voller Gedanken haben fällt es uns schwer zu erkennen, dass die eigenen Grenzen erreicht sind und wir uns etwas Gutes tun sollten. Auf den Folgenden Seiten möchten wir Ihnen zeigen, dass es einige Stellschrauben gibt die Sie selbstständig verändern können. Denn manchmal sind es bereits kleine Angewohnheiten, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken können.3
Wie diese Glaubenssätze funktionieren, wird auf der Internetseite „Sinnsucher.de“ gut dargestellt:4
Der erste Schritt um einem negativen Glaubenssatz in einen positiven umzuwandeln, ist diesen als solchen zu erkennen. Ist dieser identifiziert, gilt es Ihn zu hinterfragen. Finden Sie heraus, welche Relevanz er noch in Ihrem Leben hat. Oder gehört er längst der Vergangenheit an? Hat er keinen Bestand mehr, dann versuchen Sie Belege dafür in Ihrem Leben zu finden. Haben Ihnen Ihre Eltern zum Beispiel beigebracht, dass man „im Leben nichts geschenkt bekommt“, dann suchen Sie nach Indizien dafür, dass man das wohl doch manchmal tut. Das kann der kostenlose Traubenzucker aus der Apotheke sein oder ein kleines Geschenk, was Ihnen unerwartet durch eine andere Person gemacht wird.
Versuchen Sie nun den Glaubenssatz zu widerlegen. Sie haben also beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass man im Leben sehr wohl Dinge geschenkt bekommt und können nun mit offenen Augen durch Ihr Leben gehen und Situationen wahrnehmen, in denen Ihnen das Leben ein Geschenk macht. Nun ist es an der Zeit den negativen Glaubenssatz in einen positiven umzuwandeln. Dabei streicht man alle limitierenden Worte aus der Aussage heraus. Die Worte „nicht“, „nie“ oder „kein“ werden durch positive Formulierungen umgedeutet. Zum Beispiel wie folgt:
Je mehr diese positiven Formulierungen Verankerung in Ihrem Leben finden und je öfter Sie einen solchen Glaubenssatz nutzen, desto mehr wird er sich in Ihrem Unterbewusst manifestieren. Man geht davon aus, dass der negative Glaubenssatz - so umgedeutet - ihr Leben und Handeln nun auf eine positive Art und Weise beeinflussen kann.
Gemeinsame Erlebnisse mit Menschen die Ihnen nahe stehen oder die Sie mögen, können helfen Nähe zu schaffen, die Beziehung zu stärken und Ihnen neue Eindrücke zu verschaffen. Versuchen Sie Konflikte möglichst offen anzusprechen und so aus Ihrem Kopf zu schaffen. Erklären Sie Ihre Perspektive und stehen Sie für sich ein. Hilfreich können hier Ich-Botschaften sein. Sie helfen, persönliche Grenzen aufzuzeigen ohne die andere Person zu beschämen, anzugreifen oder zu beschuldigen.5 Das braucht meist etwas Übung, funktioniert aber häufig sehr gut.
Beispiel: Statt zu sagen: „Du bist schon wieder unpünktlich!“ Lässt sich dieser Satz umformulieren zu einer Ich-Botschaft, die der Empfänger wahrscheinlich positiver auffassen wird: “Ich habe hier eine halbe Stunde auf dich gewartet und mich total geärgert, weil ich viel zu tun habe. Ich fühle mich nicht ernstgenommen und nicht respektiert, wenn du unsere Termine nicht einhältst.“
Versuchen Sie Ihren eigenen Werten einen Platz in Ihrem Leben einzuräumen. Gehen Sie in die Natur. Schon kurze Zeit im Grünen kann das Stress-Level deutlich senken. Das zeigt auch eine neulich veröffentlichte Studie der Universität Michigan. Dabei sollten Studienteilnehmer dreimal pro Woche für mindestens 10 Minuten in der Natur spazieren gehen. Bei allen Probanden wurde dabei der Cortisol-Spiegel gemessen. Es zeigte sich, dass der Cortisol-Spiegel und damit das Stresslevel der Probanden bereits nach 20 Minuten im Grünen deutlich gesunken waren.6
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 26. Juli 2022
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2022
Einige einfache Fragen genügen manchmal schon um Erkenntnis über den eigenen Gemütszustand oder Dinge die einen gut tun zu erhalten. Diese Informationen können anschließend weiterverwendet werden um herauszufinden – Was tut mir selbst gut? Welche Stressoren gibt es in meinem Leben und wie gehe ich am besten mit Ihnen um? Wie kann ich mir etwas Gutes tun? Was könnte das sein?
Wir haben Ihnen hier einige einfache Fragen niedergeschrieben, deren Antwort Ihnen Hinweise auf die vorangegangenen Fragen geben sollen. Nehmen Sie sich bewusst Zeit zur Beantwortung. Auf die entstandenen Niederschriften können Sie immer wieder zurückgreifen. Ganz besonders in herausfordernden Situationen kann es wertvoll sein noch einmal durch diese Niederschrift zu blättern.
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 26. Juli 2022
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2022
Hier möchten wir Ihnen zwei einfache Entspannungsübungen zum selbständigen Üben vorstellen. Dazu haben wir konkrete Handlungsanweisung für Sie hinterlegt, so dass Sie diese Techniken einmal für sich selbst ausprobieren und so herausfinden können, ob sie Ihnen zusagen. Möglicherweise kann Ihnen dies den Einstieg in ein systematisches Entspannungstraining erleichtern.
Eine hohe psychische Anspannung wirkt sich meist auf den Atemrhythmus aus, besonders deutlich erlebt man dies in Stresssituationen die mit Aufregung, Hektik, Ärger, Zeitdruck u. ä. verbunden sind. Durch ruhiges, langsames Atmen gelingt es jedoch Spannungen zu lösen bzw. sich insgesamt zu entspannen und die Stresswirkungen relativ kurzzeitig zu beeinflussen (im Volksmund sagt man ja auch, “atme erst einmal durch“). Damit man mit einer Atemübung die Spannung auch in schwierigen Situationen regulieren kann, sollte sie zuerst unter weniger belastenden Bedingungen geübt und gefestigt werden. Die besondere Konzentration auf die Atmung bewirkt gleichzeitig, dass störende Gedanken in den Hintergrund gedrängt werden, was z.B. bei Einschlafstörungen helfen kann.
Suchen Sie sich zum Üben einen Ort, an dem Sie ungestört sind und glauben, ihre Aufmerksamkeit gut auf sich selbst richten zu können. Vielleicht finden Sie sogar einen Platz im Freien. Sie können die Übung im Liegen oder Sitzen ausführen, evtl. sogar im Stehen.
Ablauf
Für die gesamte Übung sollte man sich mindestens drei Minuten Zeit nehmen, ansonsten nach Bedarf ausdehnen.
Jeder „vollständige Atemvorgang“ umfasst drei Atmungsarten. Bei der Bauchatmung (untere Atmung) senkt sich im Augenblick der Einatmung das Zwerchfell und die Bauchdecke wölbt sich nach außen. Dadurch werden die im Bauchraum befindlichen Organe massiert und in ihrer Funktion unterstützt. Bei der Brustkorbatmung (mittlere Atmung) werden im Moment der Einatmung die Rippenbögen gedehnt und der mittlere Lungenbereich mit Luft gefüllt. Das Atemvolumen ist geringer als bei der Bauchatmung. Bei der Schlüsselbeinatmung (obere Atmung) wird durch Anheben des Schlüsselbeins die Luft in die obere Lungenpartie eingeatmet. Das Volumen der Einatmungsmenge ist noch geringer als bei der Brustkorbatmung. Diese Atmungsart ist isoliert gesehen weniger günstig und wird bei bewusster Ausführung häufig auch als unangenehm empfunden. Im Alltag, insbesondere in Stresssituationen wird dieser Bereich häufig unbewusst verstärkt genutzt, was Ausdruck hoher Anspannung ist und diese gleichzeitig wieder verstärkt. Durch die Übung soll dieser Atemraum bewusstgemacht und besser in den gesamten Atemvorgang integriert werden.
Eine ideale Atmung ist tief, langsam, leise und leicht. Die Atemphasen verlängern sich mit fortschreitender Entspannung. Die verlängerten Atemphasen vertiefen wiederum die Entspannung. Dieses Wechselspiel erfolgt automatisch - nichts erzwingen!
Wenn Sie die einzelnen Atmungsarten bewusst nachvollziehen und wahrnehmen können, kann die vollständige Atmung, d.h. alle drei Arten hintereinander geübt werden; dabei die Hände am Boden ablegen oder eine Hand auf den Bauch und die andere Hand an die Rippen legen.
Im zweiten Schritt – das ist die eigentliche Übung – werden alle drei Bereiche hintereinander angesprochen. Durch Üben soll der Atem, „wie von selbst“ durch alle drei Bereiche fließen und nur wenig bewusst gesteuert werden.
Ablauf
Wenn der Atemvorgang möglichst selbständig abläuft, sollte versucht werden, den gesamten Körper anzusprechen und nicht nur die Vorderseite. Über Vorstellungen kann in die Wirbelsäule, die Flanken, die Beine, das Becken u. a. „hineingeatmet“ werden. Wenn die Übung relativ gut beherrscht wird, kann sie auch unter verschiedenen Bedingungen erprobt und weiter gefestigt werden z. B. bei geöffnetem Fenster oder im Freien, geschlossenen oder geöffneten Augen, mit Blick ins Grüne bzw. in einen Baum. Es kann im Liegen, Sitzen und Stehen geübt werden. Dabei erhöht die Ausbildung eines Rituals die Wirksamkeit der Atemübung, sie sollte jedoch trotzdem in mehreren Varianten geübt werden, um flexibel einsetzbar zu sein.
Die „Körperreise“ ist eine Entspannungsübung, die für unterschiedliche Aufgabenstellungen genutzt wird. Sie ist auch häufig fester Bestandteil komplexer körper- wie entspannungsorientierter Programme, beispielsweise im Yoga, in der Rückenschule und anderen Bewegungsprogrammen. Körperreisen werden auch als „Body-Scan“ oder „Körperchecking“ bezeichnet.
Der Grundgedanke der Übung besteht darin, durch eine gedankliche, konzentrierte Zuwendung zu den einzelnen Körperbereichen die eigene Körperwahrnehmung zu vertiefen, die muskuläre und psychische Entspannung zu verstärken sowie die Atmung zu harmonisieren. Die besondere Konzentration auf den Körper erleichtert gleichzeitig das „Ausschalten“ störender Gedanken und wirkt über den entstehenden Entspannungszustand emotionsregulierend. Insgesamt wird dabei das Körperbewusstsein verbessert und gestärkt.
Für eine Körperreise werden etwa 15-20 Minuten benötigt. Sie kann nach sportlicher Tätigkeit, in bestimmten Ruhephasen z.B. in der Saunapause, zur Einführung bzw. zum Beenden eines Entspannungstrainings, als Einschlafhilfe u.a.m. eingesetzt werden. Körperreisen werden günstiger Weise im Liegen ausgeführt, können aber auch im Sitzen sowie sogar im Stehen (dann etwa 3-5 Min.) realisiert werden. Generell ist es immer günstig, wenn Sie verschiedene Möglichkeiten erproben und die Übung dann auch variabel einsetzen können.
Generell gibt es für Körperreisen keinen vorgegebenen Text. Während der Übung müssen Sie auch nicht unbedingt zu sich selbst sprechen. Wichtig ist, dass Sie sich auf die einzelnen Körperbereiche konzentrieren, sie erspüren/beobachten und möglichst auch beeinflussen, z. B. „locker lassen“. Wichtig ist, dass die Reihenfolge - entsprechend dem Körperschema (von den Armen bis zu den Füßen oder umgekehrt) - eingehalten und mit den Gedanken im Körper nicht hin und her gesprungen wird. Es ist aber auch möglich bei Bedarf, in einem Körperbereich etwas länger zu verweilen als im anderen.
Finden Sie Ihren eigenen Weg, aber nehmen Sie sich für jede Körperreise ausreichend Zeit! Der folgende Text soll als Anregung und erste Hilfestellung zum Üben dienen . In der Lernphase können Sie sich ihn auch zur Unterstützung auf Ihr Smartphone oder ähnliche Medien sprechen und dann danach üben. Aber am Ende sollten Sie in der Lage sein, eine Körperreise selbständig auszuführen.
Ablauf
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 26. Juli 2022
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2022
Angebote zur Entspannung können Sie über Ihr Tablet oder Ihren Computer-Bildschirm und den Internetzugang nutzen. Hier gibt es mittlerweile ganze Präventions-Kurse, die auch von einigen Krankenkassen selbst online angeboten werden. Sie zahlen hier lediglich den Eigenanteil und erhalten dann die Zuschüsse durch Ihre Krankenkasse.
Ein Präventionskurs für ikk classic für Mitglieder
"In 10 Einheiten mit einer Dauer von jeweils 60 Minuten erfahren Sie, wie Sie das eigene Stressverhalten beobachten. So können Sie Strategien entwickeln, um eigene Stressoren und stressverstärkende Denkmuster zu reduzieren – und Ihren Stress besser zu bewältigen. Zusätzliche Tipps zu regenerativen Maßnahmen durch Sport, Bewegung und verschiedene Entspannungsmethoden runden den Kurs ab."
Ein Angebot von mobilo.werther GmbH Präventionskonzepte
Ravensberger Straße 23
33824 Werther
"Sanum ist ein digitaler Präventionskurs rund um das Thema Entspannung und Stressmanagement. Wir zeigen dir effektive Wege, um in der Hektik des Alltags deine psychische Gesundheit zu schützen. Hierzu nutzen wir u.a. eine Technik zur Muskelentspannung (die Progressive Muskelrelaxation) und Traumreisen, die dir als Audio-Datei an jedem Ort zur Verfügung stehen.“
Angebote vor Ort finden Sie häufig in den Physiotherapien in Ihrer Nähe oder in sogenannten Gesundheitszentren. Im Folgenden finden sie eine Übersicht über Angebote vor Ort im Raum Zwickau. Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird in den kommenden Wochen und Monaten durch Angebote in anderen Städten weiter ergänzt.
Ein Angebot der Sächsische Krebsgesellschaft e.V.
Psychosoziale Beratungsstelle
Schlobigplatz 23, 08056 Zwickau
Jeden zweiten Donnerstag im Monat bietet die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. das GruppenAngebot „Entspannung“ unter psychologischer Leitung im Gruppenraum in der unteren Etage des ehemaligen „Haus der Vereine“ am Schlobigplatz 23, 08056 Zwickau an. Dabei lernen Sie verschiedene Entspannungs-und Achtsamkeitstechniken kennen, sodass Sie die für sich als angenehm empfundene Methode schrittweise in Ihren Alltag integrieren können. Das Angebot ist für die Teilnehmer kostenlos.
Kontakt und weitere Informationen: 0375 – 28 14 05
Ein Angebot des Gesundheitszentrums
Karl-Keil-Str. 35 (HBK, Haus 13)
08060 Zwickau
„Das An- und Entspannen bestimmter Muskelgruppen wird zur Reduzierung innerer Unruhe, Verspannungen, Schmerzen und zum Abbau von Schlafstörungen genutzt. Im Kurs werden Techniken für Beruf und Alltag zum kurzen Abschalten erlernt, die für Jedermann anwendbar sind.“
Kontakt und weitere Informationen: 0375 / 444 499-45
Heutzutage kommt man um digitale Angebote zum Thema Bewegung und Entspannung kaum herum. Diese haben häufig den Vorteil, dass Sie unabhängig von der Uhrzeit und dem derzeitigen Aufenthaltsort verwendet werden können. Viele Apps und Coaching-Angebote beschäftigen sich mit dem Thema Entspannung, häufig mit dem Nachteil diese käuflich erwerben zu müssen. Daher bietet die Nutzung von kostenlosen Video-Angeboten eine gute Alternative, die sich besonders für Einsteiger lohnt. Wir haben Ihnen einige kostenfreie Angebote zusammengestellt, die sie gern einmal ausprobieren können.
Diese Meditation soll zur inneren Ruhe und Zufriedenheit beitragen. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, finden sie sich an einem Ort ein, an dem Sie sich besonders wohl fühlen und lassen sich einmal mitnehmen in eine kurze Auszeit vom Alltag.
Für einen guten Start in den Tag sorgt diese gesprochene Meditation. Sie benötigen nur 6 Minuten Ihrer Zeit um gelassener den Tag zu beginnen.
Langes Sitzen, schweres Heben – viele Menschen leiden heute an Schulter- und Nackenschmerzen. Dieses Video zeigt Ihnen, dass Entspannung nicht einfach passiv passieren muss. Sie können Ihren Körper aktiv bewegen, Muskulatur lockern und dennoch in einen entspannten Zustand sinken.
Ein speziell für Krebspatienten konzipierte Yoga Stunde, welche sich insbesondere bei Lymphödemen, Neuropathien und Fatigue anbietet.
Eine Yoga Einheit des YouTube-Kanals „Yoga und Krebs“ die auf die Bedürfnisse von Männern, speziell jenen mit Erkrankung der Prostata, zugeschnitten ist.
„Yoga ist eine Wohltat für Körper und Geist. Du kannst Deine innere Balance stärken, Stress und Ängste einfacher abbauen. Gerade Brustkrebspatientinnen können durch die sanften Bewegungen beim Yoga besonders profitieren. Yogalehrerin Stefanie Ebenfeld, selbst vor vielen Jahren an Brustkrebs erkrankt, lädt Dich zu 20 Minuten Yogapraxis ein. Sie zeigt Dir die besten Übungen und worauf Du als Brustkrebspatientin bei der Ausführung achten solltest. Viel Spaß beim Mitmachen!“
Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 26. Juli 2022
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2022