Bewegung

Bewegung und Sport

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Regelmäßige körperliche Aktivität ist gesund, hält das Körpergewicht in Schach und senkt das Krebsrisiko. Eine Stellschraube, die jeder selbst beeinflussen kann und durch die sich viele Krebsfälle vermeiden ließen. Krebs entsteht, wenn sich im Laufe des Lebens zufällige Fehler im Erbgut einer Zelle anhäufen und diese Zelle vom Körper nicht vernichtet wird, sondern beginnt, sich unkontrolliert zu vermehren. Bei etwa 40 Prozent aller Neuerkrankungen wird dieser Vorgang durch beeinflussbare Faktoren mit verursacht. Dazu zählen unter anderem Bewegungsmangel, langes Sitzen, eine unausgewogene Ernährung sowie starkes Übergewicht. Auch wenn ein gesundheitsbewussterer Lebensstil und das Meiden von Krebsrisikofaktoren keine Garantie darstellen, so könnte prinzipiell jedoch bis zu 200.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Krebs erspart bleiben.1

Laut Deutscher Krebshilfe, kann ausreichend Bewegung insbesondere zum Schutz vor Speiseröhren-Krebs, Magenkrebs und Nierenkrebs beitragen.8 In diesem Zusammenhang muss auch auf den Einfluss von Fettleibigkeit bei der Entstehung von Krebs verwiesen werden. Denn, dass das Körperfett Einfluss auf einige Krebsarten hat, konnte schon vor Jahren nachgewiesen werden.9 Bereits 2002 stellte die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) fest, dass ein hoher Körperfettanteil das Risiko für Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs und Nierenzellkrebs erhöht. Bei Frauen wurde deutlich, dass sich das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs und Brustkrebs in und nach den Wechseljahren durch Adipositas beeinflussen lässt. Eine Neubewertung der Daten legt nahe, dass Fettleibigkeit sich zudem auf die Entstehung von Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs, Eierstockkrebs, Krebs des Mageneingangs, Schilddrüsenkrebs, das multiple Myelom und Meningeome auswirkt.

All diese Informationen zeigen, warum es wichtig ist auf einen aktiven Lebensstil und eine gesunde Gewichtskontrolle zu achten. Hierfür kann der BMI als Richtwert herangezogen werden. Erwachsene mit einem BMI über 25, aber unter 30 gelten hiernach als übergewichtig, Personen mit einem höheren BMI als fettleibig oder adipös. Der BMI-Rechner der Techniker Krankenkasse kann Ihnen hier einen ersten Aufschluss über Ihren individuellen BMI geben.

Regelmäßiger Sport senkt nicht nur das Risiko, an Krebs zu erkranken. Körperliches Training kann auch die Therapie bei einer bestehenden Krebserkrankung unterstützen. Ein internationales Forscher-Konsortium hat unter Beteiligung von Wissenschaftlern vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg herausgefunden: Patienten, die sich regelmäßig bewegen, fühlen sich nicht nur körperlich fitter und kräftiger, sie beurteilen auch ihre eigene Lebensqualität als besser und leiden seltener unter dem chronischen Erschöpfungssyndrom Fatigue. Dabei scheinen jedoch bestimmte Patientengruppen mehr zu profitieren als andere.3

Prof. Dr. Sportwiss. Freerk Baumann, Leiter der AG Onkologische Bewegungsmedizin. © MedizinFotoKöln/Michael.Wodak

„Aktivität und Bewegung in der Krebstherapie
Zunächst ist die Differenzierung wichtig. Hinsichtlich des Bewegungsangebotes oder der Bewegungsintervention unterscheiden wir Zweierlei: Zum einen körperliche Aktivität im Sinne von Alltagsaktivitäten. Hier lautet unsere Empfehlung: Halten Sie die Alltagsaktivitäten aufrecht, machen Sie alles genau so, sofern möglich, wie Sie es vor der Krebsdiagnose gemacht haben. So können Bewegungsmangelerkrankungen verhindert werden. Das ist ein elementar wichtiges Ziel und das können Patienten von sich aus erreichen. Zum anderen gibt es neben diesen Alltagsaktivitäten die Bewegungstherapie. Diese wird von Physio- bzw. Sporttherapeuten durchgeführt und umgesetzt und zielt auf die Nebenwirkungen der medizinischen Therapie. Durch Bewegungstherapie können diese von vorneherein blockiert oder – falls bereits aufgetreten – reduziert werden. Die Nebenwirkungen der Medikamente können also positiv beeinflusst und die Lebensqualität des Patienten somit gesteigert werden.“

Prof. Dr. Freerk Baumann2

Dank moderner Therapiemethoden geht die Sterblichkeit durch Tumorerkrankungen immer weiter zurück. Während vor 1980 noch zwei Drittel der Krebspatienten ihrem Leiden erlag, kann heute mehr als die Hälfte dauerhaft geheilt werden. Mit dem Erfolg der Therapie gehen jedoch oft schwerwiegende Nebenwirkungen einher. Und auch nach abgeschlossener Behandlung leiden viele Betroffene unter körperlicher Schwäche, dem chronischen Erschöpfungssyndrom Fatigue und letztlich unter einem Verlust an Lebensqualität.

Milderung der Nebenwirkungen und Verbesserung der Lebensqualität

Das muss jedoch kein unabwendbares Schicksal sein. Zahlreiche Studien aus den letzten Jahren legen nahe, dass moderate bis anstrengende Bewegung dazu geeignet ist, etwa die Nebenwirkungen einer Krebstherapie abzumildern und die Lebensqualität zu verbessern. Der einzelne Patient profitiert davon nicht nur durch ein verbessertes körperliches Wohlbefinden. „Das kann darüber entscheiden, ob beispielsweise eine Chemotherapie wie geplant durchgeführt werden kann, und trägt somit indirekt auch zum Heilungserfolg bei", erklärt Karen Steindorf, die am DKFZ und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg forscht.

Allerdings: Der Effekt der Bewegungstherapie schwankt von Studie zu Studie zum Teil erheblich, da sich die untersuchten Zielgruppen ebenso wie die Art, Dauer und Intensität der Bewegungsprogramme deutlich unterscheiden. Unter der Leitung von Laurien Buffart von der Freien Universität Amsterdam, hat das internationale Forschungskonsortium POLARIS (Predicting OptimaL cAncer RehabIlitation and Supportive care) daher den therapeutischen Nutzen von Sport bei Krebs genauer unter die Lupe genommen. Die Wissenschaftler führten die Daten von Patienten aus insgesamt 34 Studien zusammen. Ziel war herauszufinden, welchen Effekt Sport während und nach einer Krebstherapie auf das chronische Erschöpfungssyndrom Fatigue, auf die körperliche Ausdauer, auf die Muskelkraft sowie auf die selbstberichtete körperliche Funktionsfähigkeit im Alltag und auf die Lebensqualität ausübt.

Das Ergebnis: „Sport hilft, aber nicht bei allen gleichermaßen", wie Steindorf zusammenfasst, die mit ihrem Team am DKFZ und am NCT Heidelberg mit zwei Studien zur Sporttherapie bei Brustkrebs am Konsortium beteiligt war. In Bezug auf Fatigue und die körperliche Funktionsfähigkeit im Alltag, etwa Koffertragen oder Treppensteigen, tat Sport besonders den Patienten gut, die in diesen Bereichen starke Probleme hatten. Hinsichtlich Muskelkraft und Lebensqualität profitierten alle Patienten von einem Training während der Krebstherapie, unabhängig von ihrem Ausgangslevel. Nach Abschluss der Krebstherapie schien ein moderates Krafttraining jedoch vor allem weniger sportliche Patienten zu kräftigen und zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen. Vermutlich benötigen Patienten, die bereits über eine mäßige bis gute Fitness verfügen, ein intensiveres Training. Darüber hinaus zeigte sich, dass Patienten mit sehr niedriger Ausdauerleistungsfähigkeit weniger von einem Ausdauertraining während der Therapie profitieren als andere. Möglicherweise waren diese Patienten während der anstrengenden Krebstherapie mit dem Training überfordert.

„Grundsätzlich glauben wir fest daran, dass alle Krebspatienten von Ausdauer- und Krafttraining profitieren können", sagt Steindorf. „Daher würden wir allen Betroffenen zu mehr Bewegung raten, um ihr persönliches Wohlbefinden und ihre Lebensqualität zu verbessern." Die Erkenntnisse aus der Studie legen aber nahe, dass es sinnvoll sein kann, die Sporttherapie noch stärker an den individuellen Voraussetzungen der einzelnen Patienten auszurichten, um die Effekte im Rahmen einer Krebstherapie noch effizienter ausnutzen zu können. Das Ziel sollte deshalb auch eine individualisierte Sporttherapie sein.4

„Bettruhe ist die schlimmste Form des Bewegungsmangels“, unterstreicht Prof. Baumann. Innerhalb von sieben Tagen erfolge ein Kraftverlust von 20 bis 30 Prozent. Dies wieder auszugleichen, dauere sechs bis acht Wochen. Manche schafften es gar nicht, die Kraft wieder in dem Maße zu erlangen wie zuvor. Auch die kognitiven Fähigkeiten würden durch körperliche Aktivitäten beeinflusst, entsprechend durch Bewegungsmangel Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung eingeschränkt. „Die Befürchtung, durch Sport und Bewegung könnten Metastasen im Körper verteilt werden, ist vollkommen unbegründet“, versicherte er. Die früheren Empfehlungen, Bewegung zu meiden, seien definitiv überholt und falsch. Heute versuche man, die Patienten so früh wie möglich für Bewegungsangebote zu motivieren. Dies wirke sich nicht nur positiv auf die Zeit während der Therapie aus, sondern auch während der Nachsorge: also eigentlich immer.6

S3-Leitlinie Komplementärmedizin

Auch die neue S3 – Leitlinie zur Komplementärmedizin in der Onkologie, die Orientierung im Dickicht der unterstützenden Maßnahmen einer Anti-Tumor-Therapie geben soll, hat eine klare „Soll“- Empfehlung für körperliche Aktivität ausgesprochen. Sie spricht sich insbesondere für einen aktiven Lebensstil zur Bekämpfung von chronischer Erschöpfung und zur Verbesserung der Lebensqualität aus. Die wissenschaftliche Basis hierfür ist also so gut, dass man davon ausgeht, dass Bewegung einen stets positiven Effekt auf diese Faktoren für Betroffene einer Krebserkrankung hat. Zahlreiche Studien würden dies belegen.7

Weiterführende Informationen

Bewegung steigert Lebensqualität nach Darmkrebs

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) untersuchten die Auswirkungen regelmäßiger Bewegung auf die Lebensqualität. Ihr Fazit: Patienten, die nach der Diagnose körperlich aktiv blieben, profitierten von gesteigertem körperlichem und emotionalem Wohlbefinden und waren weniger von Erschöpfung und Antriebslosigkeit beeinträchtigt.

Ein Mangel an Bewegung gilt als ein Hauptrisikofaktor für Darmkrebs, die weltweit dritthäufigste Krebsart. Jährlich werden etwa 1,8 Millionen Menschen mit der Erkrankung diagnostiziert. Dank wirksamer Früherkennungsmaßnahmen und neuer Therapiemöglichkeiten steigt die Langzeitüberlebensrate. Dadurch sind in den westlichen Industrieländern inzwischen ein Drittel aller Überlebenden von Krebserkrankungen Darmkrebspatienten.

„Allerdings ist der Krebs für die meisten Patienten eine chronische Erkrankung", weiß Volker Arndt, Leiter der Abteilung Cancer Survivorship am DKFZ. „Auch Jahre nach der Therapie kann diese sich auf die Gesundheit und Lebensqualität auswirken." Daher ist es ein Ziel seiner Forschung, herauszufinden, welche Faktoren die Lebensqualität langfristig verbessern können.

Zwei Arbeiten von Arndts Team in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) und dem Nationalen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) zeigen nun, dass körperliche Aktivität einer dieser Faktoren ist.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die wöchentliche Bewegungsdauer von Darmkrebspatienten auf ihre Lebensqualität auswirkt. Dafür machten die Teilnehmer Angaben zu ihrer körperlichen Aktivität vor ihrer Diagnose sowie fünf Jahre danach, außerdem zu ihrem körperlichen, kognitiven und emotionalen Wohlbefinden. Über 1.700 Patienten aus dem Rhein-Neckar-Kreis nahmen an der Studie teil.

Die Ergebnisse zeigen, dass Langzeitüberlebende, die nach der Diagnose in ihrer Freizeit sportlich aktiv blieben oder ihre körperliche Aktivität steigerten, in allen untersuchten Kategorien eine verbesserte Lebensqualität hatten. Die körperlich Aktiven waren zudem weit weniger von Fatigue, d.h. Erschöpfung und Antriebslosigkeit, beeinträchtigt als die weniger Aktiven. Womit die Forscher nicht gerechnet hatten: Sport auf Vorrat hilft nicht! Es reicht nicht aus, allein vor der Diagnose sportlich aktiv gewesen zu sein. Nur wer sich therapiebegleitend und auf Dauer fit hielt, hatte einen Vorteil gegenüber Patienten, die sich wenig oder gar nicht sportlich betätigten, so die Erstautorin der beiden Studien Ruth Elisa Eyl.

Aber auch Patienten, die erst nach der Diagnose ihre körperliche Aktivität erhöhten, konnten ihre Lebensqualität im Vergleich zu nicht trainierten Patienten steigern – es ist also nie zu spät, um körperlich aktiv zu werden.5

Originalpublikationen

  1. Eyl RE, Koch-Gallenkamp L, Jansen L, Walter V, Carr PR, Hoffmeister M, Chang-Claude J, Brenner H, Arndt V.: Physical activity and long-term quality of life among colorectal cancer survivors – a population-based prospective study. Cancer Prevention Research 2020, DOI: 10.1158/1940-6207.CAPR-19-0377.
  2. Eyl RE, Thong MSY, Carr P, Jansen L, Koch-Gallenkamp L, Hoffmeister M, Chang-Claude J, Brenner H, Arndt V.: Physical activity and long-term fatigue among colorectal cancer survivors – A population-based prospective study. BMC Cancer 2020, DOI: 10.1186/s12885-020-06918-x.
Studien zur Sporttherapie bei Krebs: Leukämie und Lymphome

Prof. Dr. Freerk Baumann: „Nehmen wir als Beispiel Leukämie- und Lymphom-Patienten. Die sind sehr häufig von der Fatigue-Problematik* betroffen und zu diesem Thema gibt es eine große Metaanalyse aus dem letzten Jahr. In dieser Studie wurden verschiedene Krebspatienten unter medizinischer Therapie sowie in der Nachsorge gemessen und getestet. Die Ergebnisse sind deutlich: Die Bewegungstherapie ist im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie ganz klar die wirksamere Methode um eine Fatigue-Problematik zu reduzieren. Körperliche Aktivität oder gezielte Trainingstherapie minimieren ein Fatigue-Syndrom von Beginn an und blocken seine Entwicklung – selbst unter einer hochdosierten Chemotherapie – erfolgreich ab. Auch eine schon bestehende Fatigue-Problematik kann so deutlich reduziert werden."2

In welchen Situationen oder Phasen sollte auf eine begleitende Sporttherapie verzichtet werden?

Prof. Dr. Freerk Baumann: „Bewegung ist grundsätzlich immer möglich, es kommt immer nur drauf an wie. Ansonsten hilft es, wenn wir unseren gesunden Menschenverstand einschalten. Als Beispiel: Wenn der Patient 40 Grad Fieber hat, dann fangen wir natürlich nicht damit an, ihn sporttherapeutisch auf ein Fahrrad-Ergometer zu setzen. Wenn der Patient blutet, dann fangen wir auch nicht an, mit ihm ein Bewegungsprogramm umzusetzen. Wenn es um die Umsetzung der allgemeinen Bewegungsinterventionen geht, dürfen wir das nicht zu „verwissenschaftlichen“. Neben diesen allgemeinen Kontraindikationen gibt es aber auch spezifische, die betreffen bestimmte Methoden. Zwei Beispiele: Wenn ein Leukämiepatient morgens seine Chemotherapie bekommen hat, kann ich mit dem schon am selben Nachmittag leichte bis moderate Bewegungsintervention auf dem Fahrrad-Ergometer umsetzen. Das ist kein Problem. Von einem anstrengenden Training sollte man in einer solchen Situation hingegen absehen, da die Wirkung der Chemotherapie dazu führen könnte, dass eine Herz-Rhythmus-Problematik auftaucht. Bei Patienten mit Thrombozytopenie würde man wiederum keine isometrischen Übungen durchführen, weil der Blutdruck dadurch zu hoch ansteigen würde.“2

Deutschlandfunk: Interview zu Bewegung und Krebs

Deutschlandfunk Kultur: Interview mit Prof. Dr. Freerk Baumann am 18.07.2021.

Bewegung kann nicht nur Krebs vorbeugen, sie ist auch für Erkrankte wichtig, um die Lebensqualität und die Heilung zu fördern. Der Sportwissenschaftler Freerk Baumann bedauert jedoch, dass es zu wenig Fachkräfte und Finanzierung durch die Krankenkassen gibt.

Café Krebs Podcast: Krebs und Sport

Café Krebs: Wie Bewegung helfen kann - Krebs und Sport. Podcast vom 09.09.2021

Bewegungstherapie kann helfen, bestimmten Nebenwirkungen von Krebstherapien entgegenzuwirken und den Behandlungsverlauf positiv zu beeinflussen. Daher dreht sich in dieser Podcast-Folge alles um das Thema Krebs und Bewegung. Dr. Freerk Baumann, Leiter des Zentrums für Integrierte Onkologie der Uniklinik Köln, spricht mit Moderatorin Claudine Petit darüber, wie wichtig bewegungstherapeutische Angebote für Krebspatienten sind und was man als Betroffener beim Sport beachten sollte.

Zum Podcast auf YouTube
Zum Podcast auf der Projekt-Webseite
Zum Podcast bei Spotify

Deutsche Krebsgesellschaft: Sport bei Krebs

Der griechische Arzt Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.) wusste schon vor 2500 Jahren: „Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundung gefunden.“ Wie Recht er damit gerade in Bezug auf Krebspatienten hatte, wurde in den letzten Jahren immer deutlicher. Zu den Informationen auf der Webseite des Onko-Internetportals der Deutschen Kebsgesellschaft e.V.

Krebsinformationsdienst: Bewegung und Sport - Tipps für Krebspatienten

Krebspatienten profitieren in fast jeder Krankheitssituation davon, körperlich aktiv zu sein oder sich sportlich zu betätigen – bei vielen hat angemessene körperliche Aktivität insgesamt einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität. Die heute bekannten Vorteile von Bewegung: Wer sich bewegt, fühlt sich seltener erschöpft und bleibt meist leistungsfähiger. Zudem gilt: Man verringert das Risiko für einige Krankheits- und Behandlungsfolgen. Ob Bewegung oder Sport während oder nach einer Krebstherapie geeignet sind, sollte man immer mit seinem Arzt besprechen: Pauschalrezepte, wie viel und wie man sich bewegen muss, gibt es nicht. Wichtig ist außerdem, worauf man selbst Lust hat und was Spaß macht.

Zu den Informationen beim Heidelberger Krebsinformationsdienst (KID) des Deutsche Krebsforschungszentrums

Deutsche Krebshilfe: Aktiv mit Krebs

Die Diagnose Krebs verändert häufig das ganze Leben. Sie hat nicht nur Auswirkungen auf den Körper, sondern auch auf die Psyche und die Lebensqualität. Studien zeigen, dass ein gesunder Lebensstil während der Behandlung und in der Nachsorge sehr hilfreich sein kann und dass es sich lohnt, selbst aktiv zu werden. Zu den Informationen aus der Projekt-Webseite "Aktiv mit Krebs" der Deutschen Krebshilfe.

Stärker gegen Krebs: Krafttraining bei Krebs

Krafttraining ist bei allen Krebsarten vor, während und nach der Krebstherapie sinnvoll. Sport hat einen positiven Einfluss auf Ihre Krebsbehandlung. Krafttraining kann zwei- bis dreimal pro Woche für 45 bis 60 Minuten während der Krebstherapie absolviert werden. Zu den Informationen bei "Stärker gegen Krebs"

Broschüre: Aktiv leben mit Krebs – Tipps für einen gesunden Lebensstil

Externer Link zum PDF-Dokument der Broschüre „Aktiv leben mit Krebs – Tipps für einen gesunden Lebensstil“ der Deutschen Krebshilfe.

Ratgeber: Bewegung und Sport bei Krebs

Externer Link zum PDF-Dokument des Ratgebers "Bewegung und Sport bei Krebs" der Deutschen Krebshilfe.

Aktueller Wissensstand: Leitlinie Komplementärmedizin

Zu den Informationen zur S3-Leitlinie Komplementärmedizin (s. S. 71 f. in der Kurzfassung) in der Behandlung onkologischer PatientInnen sowie zur aktuellen Fassung der dazugehörigen Patientenleitlinie Komplementärmedizin (s.S. 56 ff.).

Quellenhinweise
  1. dkfz: INFONETZ KREBS und Krebsinformationsdienst KID starten Beratungsoffensive Nationale Krebspräventionswoche – Aktiv gegen Krebs durch Bewegung. Heidelberg, Pressemitteilung vom 10.09.2019. Online unter https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-39c-Aktiv-gegen-Krebs-durch-Bewegung.php Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
  2. DKMS: Sport in der Krebstherapie. Interview mit PD Dr. Freerk Baumann. Köln, 14. 08.2018. Online unter. https://mediacenter.dkms.de/news/int-baumann/ Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
  3. dkfz: Bewegungstherapie bei Krebs hilft – je individualisierter, desto besser. Heidelberg, Pressemitteilung vom 30.10.2018. Online unter https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/dkfz-pm-18-57-Bewegungstherapie-bei-Krebs-hilft.php Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
  4. Ebenda.
  5. dkfz: Bewegung steigert Lebensqualität nach Darmkrebs. Heidelberg, Pressemitteilung vom 19.05.2020. Online unter https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2020/dkfz-pm-20-33-Bewegung-steigert-Lebensqualitaet-nach-Darmkrebs.php Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
  6. St. Vincenz-Krankenhaus Limburg: Gibt es Sport bald auf Rezept? Sportwissenschaftler Freerk Baumann berichtete über die neuesten Entwicklungen. Pressemeldung vom 19.03.2018. Online unter https://www.st-vincenz.de/st-vincenz/presse/meldung/news/detail/News/gibt-es-sport-bald-auf-rezept-sportwissenschaftler-freerk-baumann-berichtete-ueber-die-neuesten-entw-1/ Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
  7. Baumann, F. 2008. Bewegungstherapie und Sport bei Mamma- und Prostatakarzinom – ein Überblick. B & G 24, 05, S. 182–185.
  8. Krebsinformationsdienst: Adipositas steigert das Risiko für 13 Krebsarten. Heidelberg, 29.08.2016. Online unter  https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2016/news67-uebergewicht-adipositas-krebsrisiko-iarc.php Zuletzt eingesehen am 22.08.2022.
  9. Stärker gegen Krebs: Krafttraining bei Krebs. Online unter https://www.staerkergegenkrebs.de/bewegung/krafttraining-gegen-krebs/#Wann Zuletzt eingesehen am 22.08.2022
  10. Kristin L. Campbell, Kerri Winters-Stone, Joachim Wiskemann, Anne M. May, Anna. Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus statement from International Multidisciplinary Roundtable
  11. Sandra van Eckert, Nadja Seidel, Friederike Stölzel, Michaela Wolff, Melanie Glausch, Jacob Spallek. Living Actively with Cancer – Recommendations for a Healthy Life Style: Needs Assessment and Design of Multimedia
  12. Deutsche Krebshilfe: Bewegung und Krebs. Online unter https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebs-vorbeugen/bewegung-und-krebs/ Zuletzt eingesehen am 23.08.2022  
Aktualisierungsinformationen

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 23. August 2022

Welche Angebote gibt es?

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Um Sie bei Ihrer Suche nach einem Bewegungsangebot in Ihrer Umgebung zu unterstützen, finden Sie hier eine Übersicht verschiedener Angebote. Diese können Sie entweder direkt beim Anbieter vor Ort oder auch bequem von zu Hause, im Rahmen eines Onlineangebotes, nutzen. Viele Krankenkassen belohnen eine Kursteilnahme mit einem Bonus oder durch eine anteilige finanzielle Förderung. Voraussetzung hierfür ist eine regelmäßige Teilnahme und ein Qualitätscheck des Sportangebotes durch die Kassen. Für detaillierte Informationen und Programmbedingungen wenden Sie sich bitte direkt an die Service-Mitarbeiter im Kundenzentrum Ihrer Krankenkasse.

Online-Angebote

SKG: DiBiS – digitale Bewegungsförderung in sächsischen Selbsthilfegruppen

DiBis ist ein digitales Bewegungsangebot der sächsischen Krebsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz. Die Sächsische Krebsgesellschaft weist seit vielen Jahren auf den gesundheitlichen Nutzen von Bewegung und körperlichem Training bei Krebserkrankung und nach überstandener Krebserkrankung hin. In verschiedenen Studien zeigte sich ein signifikant positiver Einfluss von Bewegung auf den Gesundheitszustand der Betroffenen, unabhängig von der Art der Krebserkrankung. Das Ziel des Projektes besteht darin, durch selbständiges Training unter digitaler Videoanleitungen die körperliche Aktivität im häuslichen Umfeld zu erhöhen und damit die Gesundheit zielgerichtet zu stärken. Dies soll Ihnen die Möglichkeit bieten nach oder bei bestehender Erkrankung außerhalb eines öffentlichen zeitgebundenen Angebotes selbstorganisiert zu trainieren. Sie können zwischen Übungsangeboten zur Muskelkräftigung, Verbesserung von Koordination und Ausdauer, Reduktion von Inkontinenz oder Vorbeugung und Reduktion eines Lymphödems wählen. Durch Anklicken des jeweiligen Angebotes, gelangen Sie zu einem Anleitungsvideo. Starten Sie dieses und trainieren Sie einfach von zu Hause aus. Zum DiBiS-Bewegungsförderungsangebot von Sächsischer Krebsgesellschaft e.V. und TU Chemnitz.

Robert-Bosch-Krankenhaus: Sport in der Tumortherapie

Ein Bewegungsangebot des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart. Über die Plattform YouTube erhalten Sie Zugriff auf Online Angebote, welche Sie Orts- und Zeitunabhängig nutzen können. Die Videos richten sich sowohl an Patienten, welche aktuell nur im Bett liegen können, als auch an Betroffene die bereits wieder aktiver sein können. Es gibt aktuell zwei Staffeln, in denen neben praktischen Übungen Fachleute des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart auch erklären, warum Sport von großer Bedeutung für die Tumortherapie sind. Dazu gehören Fragen wie "Warum – Wieviel – Wann – Was und welche positiven Auswirkungen Sport insbesondere auf die psychische Verfassung haben kann". Zu den Online-Videos der Staffel 1 sowie der Staffel 2 auf der YouTube-Plattform.

OTT: Übungen gegen Nebenwirkungen der Krebstherapie

Videoserie mit Prof. Dr. Freerk Baumann für Brustkerbs Deutschland e.V. Hier finden Sie Videos mit konkreten Übungen gegen Nebenwirkungen der Krebstherapie, die auf der Projekt-Webseite von OTT® – Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie bereitgestellt wurden. Sie können diese aber auch direkt auf YouTube anschauen. Hierzu einfach auf den YouTube-Link am unteren Bildrand nach dem Start des Videos klicken.

Online-Lungensportstunden

Lungensport: Fit zum Atmen. Hier finden Sie eine Übersicht zu den kostenlosen Online-Lungensportstunden der Arbeitsgemeinschaft Lungensport.

Beispiel Krankenkasse: Online-Kurse der BARMER

Als BARMER-Mitglied können Sie Bewegung und Fitness spielend leicht in Ihren Alltag integrieren. Mit den kostenfreien Kursen trainieren Sie ganz einfach und so wie Sie es möchten - zeitsparend, motivierend und mit sichtbaren Erfolgen schon nach kurzer Zeit. Hierbei geht es um allgemeine Gesundheitsthemen (z.B. Fitness, Yoga und Pilates) und nicht konkret um Bewegung und Krebs.

Bewegungsexperten vor Ort

Rehasport in Sachsen

Der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V. (SBV) bietet über seine Vereine in anerkannten Gruppen allen Menschen mit oder mit drohender Behinderung an "Rehabilitationssport" an. Dabei wird die Qualität in den Sportgruppen laut SBV durch die betreuende Ärztin/den betreuenden Arzt und die qualifizierte Übungsleiterin/den qualifizierten Übungsleiter sichergestellt. Art und Intensität des Rehabilitationssports werden anhand einer ärztlichen Verordnung festgelegt. Für betroffene auf der Suche nach Rehabilitationssport-Anbietern bietet der SBV auf seiner Webseite eine Auflistung der Vereine sowie der jeweiligen Angebote, die auch durchsucht werden kann, z.B. nach Ihrer Postleitzahl.

Stärker gegen Krebs

Die Online-Plattform bietet eine spezialisierte Expertensuche. Dabei müssen alle auf der Webseite vorgestellten Experten - je nach Bereich - gewisse Qualifikationen vorweisen. Welche das im Einzelnen sind, können Sie unter Experten-Qualifikationen nachlesen. Diese Qualifikationen werden überprüft. Erst nach einer Überprüfung werden die Experten für die Patienten und Angehörigen freigeschaltet und sichtbar. Um Bewegungstherapeuten zu finden, müssen Sie einfach Ihre Postleitzahl (PLZ) in die Suchmaske eingeben und im Fachbereich "Bewegungstherapeuten" auswählen. Dann erhalten Sie Angebote in Ihrem Umfeld angezeigt. Zur Suche bei "Stärker gegen Krebs"

Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie

Die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie ist ein personalisiertes Bewegungsprogramm, das speziell auf die Bedürfnisse von Patienten vor, während oder nach einer Krebstherapie zugeschnitten ist. Es wurde am Centrum für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule entwickelt und wird über Kooperationspartner auch in Sachsen angeboten. Zur Therapeutensuche im OTT®-Netzwerk auf der Projekt-Webseite

Netzwerk OnkoAktiv

OnkoAktiv bietet ein kostenfreies Beratungs-, Betreuungs- und Vermittlungsangebot für Patienten mit onkologischen Erkrankungen an. Um dieser Aufgabe bundesweit gerecht zu werden, integriert das Netzwerk OnkoAktiv Trainings- und Therapieinstitutionen sowie Bewegungsangebote in ganz Deutschland, welche eine qualifizierte Betreuung für Betroffene bieten können. Zur Suche nach onkologischen Sport- und Bewegungsangeboten in Ihrer Nähe.

Lungensportgruppen

Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport ist ein Zusammenschluss von Personen und Institutionen zur Förderung der Bewegungstherapie und des körperlichen Trainings für Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten. Sie bietet auf Ihrer Webseite eine Datenbank zu Lungensportgruppen in Deutschland. Hier kann gezielt nach Ort und Umkreis gefiltert und das passende Angebot gefunden werden.

Apps zum Thema Bewegung für onkologische Patienten

Weiterführende Informationen

SWR: Bewegung gegen Krebs – was Bewegungstherapie bewirken kann

Dass Bewegung bei Krebs nicht schadet – ja sogar positive Effekte haben kann – diese Erkenntnis hat lange Jahre gedauert. Gerade die Behandlung von Nebenwirkungen soll mit Bewegungstherapie erfolgreich möglich sein. Ein Bericht des SWR.

Uni Heidelberg: Sport und Bewegung bei Krebs – so wichtig wie ein Medikament?

Montagskonferenz am IÜD der Universität Heidelberg: Sportsgeist – Gesundheit, Gesellschaft, Geschäft (25. Januar 2021)
Vortrag: Sport und Bewegung bei Krebs – so wichtig wie ein Medikament? von PD Dr. Joachim Wiskemann, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg. Organisation und Moderation von Kerstin Kock.

LMU: Frag die Onkologie - Bewegung und Krebs

In der Videoreihe „Frag die Onkologie“ beantworten Ihnen Fachexpert:Innen am Krebszentrum des LMU Klinikums München Fragen zu den wichtigsten Themen während einer Krebsbehandlung. Es ist nicht immer einfach während der Diagnose oder Therapie einen Überblick über alle Informationen, Angebote und medizinischen Hintergründe zu bekommen. Aus diesem Grund will Ihnen dieses Videos Inhalte nahbar und verständlich erklären.

EVK Düsseldorf: Sport und Bewegung für Krebspatienten

Sport und Bewegung für Krebspatienten (Integrative Onkologie): Sport bei Krebs? „Auf jeden Fall!“, sagen Dr. Beatrice Brücher-Encke und Jasmine Collier. Unsere Leiterin der Integrativen Onkologie und die Physiotherapeutin erklären im Video, warum Bewegung und eine Krebserkrankung zusammen passen. Und: Es werden auch Übungen gezeigt.

Quelleninformationen

Eigene Recherchen und Informationen der jeweiligen Anbieter.

Aktualisierungsinformation

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 17.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

Selbst aktiv werden: DiBiS – digitale Bewegungsförderung

© belchonock / depositphotos.com

Die Sächsische Krebsgesellschaft weist seit vielen Jahren auf den gesundheitlichen Nutzen von Bewegung und körperlichem Training bei Krebserkrankung und nach überstandener Krebserkrankung hin. In verschiedenen Studien zeigte sich ein signifikant positiver Einfluss von Bewegung auf den Gesundheitszustand der Betroffenen, unabhängig von der Art der Krebserkrankung.

Gerade in einer Situation, in der es darum geht, auf eigenen Wunsch oder wegen externer Vorgaben Kontakte einzuschränken und dadurch das Risiko jedes Einzelnen so gering wie möglich zu halten, müssen die Zugänge zu körperlicher Aktivität und Bewegungsangeboten zur Förderung Ihrer Gesundheit überdacht und angepasst werden. Aus diesem Grund führt die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. gemeinsam mit der Professur für Sportmedizin/ Sportbiologie der TU Chemnitz das Projekt „Digitale Bewegungsförderung in sächsischen Krebsselbsthilfegruppen – DiBiS“ durch.

Das Ziel des Projektes besteht darin, durch selbständiges Training unter digitaler Videoanleitungen die körperliche Aktivität im häuslichen Umfeld zu erhöhen und damit die Gesundheit zielgerichtet zu stärken. Dies soll Ihnen die Möglichkeit bieten nach oder bei bestehender Erkrankung außerhalb eines öffentlichen zeitgebundenen Angebotes selbstorganisiert zu trainieren.

Das Angebot ist somit kein Therapieansatz oder eine Therapiebegleitung, sondern eine Anleitung zum selbstständigen Training, das mittel- und langfristig zur Erhöhung der körperlichen Aktivität motivieren soll.

Im Projekt wurden Videoanleitungen zu Trainingsübungen mit Hinweisen zur selbständigen Durchführung erstellt, die von Mitgliedern der sächsischen Krebsselbsthilfegruppen für einige Wochen genutzt und getestet werden können.

Wir bieten Ihnen im Rahmen des Projektes Übungsempfehlungen sowie Übungsprogramme

  • für Krafttraining, Koordination und Ausdauer,
  • zur Reduktion und Vorbeugung von Inkontinenz sowie
  • zur Reduktion und Vorbeugung von Lymphödemen

und wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren. Bitte beachten Sie jedoch immer auch unsere Hinweise zur Erwärmung und zum Ausklang der Übungseinheit (Cool Down).

Erwärmung

Um den Körper auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten, sollten Sie sich vor jeder Krafteinheit erwärmen. Dies dient zur Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems und der Reduktion eines Verletzungsrisikos (Sehnen, Bänder, Knorpel, Muskel). In den einzelnen Videos der Übungsprogramme sind bereits kurze Erwärmungen integriert. Durch dieses fünfminütige Aerobic-Programm kann Ihre Sporteinheit ergänzt werden.

 

Ausklang / Entspannung

Alle belastungsspezifischen Parameter, wie Puls und Atmung, sollten nach einem erfolgreichen Training in den Ausgangszustand zurückgeführt werden. Dazu können Sie folgenden Ausklang in Form einer Dehnung nutzen. Dies führt den Körper in den Ruhezustand zurück und gleichzeitig wird die Beweglichkeit des Körpers gefördert.

 

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. DiBiS – digitale Bewegungsförderung in sächsischen Selbsthilfegruppen. Ein Projekt der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz. Online unter https://krebsundsport.org/ Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
Aktualisierungsinformation

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

 

Selbst aktiv werden: Ausdauer

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Die Ausdauer ist die Ermüdungswiderstandsfähigkeit des Körpers, um physische sowie psychische Belastung lang aufrechterhalten und nach dieser Anstrengung optimal regenerieren zu können. Bereits Zopf et al. zeigten2013 Effekte von körperlicher Aktivität auf den Gesundheitszustand bei Krebspatienten auf. Ausdauer- und Krafttraining wirkten sich positiv auf Körper, Geist und die soziale Ebene aus.1

Das Ausdauertraining können Sie dabei mit Hilfsmitteln oder auch ohne Hilfsmittel ausführen. Bitte beachten Sie jedoch immer auch unsere Hinweise zur Erwärmung und zum Ausklang der Übungseinheit (Cool Down).

Ausdauertraining mit Hilfsmitteln

Für diese Trainingsvariante empfiehlt es sich, Hilfsmittel, wie z. B. Hanteln, aus dem Handel zuhilfe zu nehmen. Manchmal können Sie sich auch mit Mitteln, die Sie in Ihrem Haushalt finden, behelfen.

Steppübung

Die Steppübung soll eine kurze Ausdauer- und Gangschulung sein, die individuell ausgebaut werden kann.

Ausgangslage:
Stand vor Stepper, Blick nach vorn

Bewegungsausführung:
5x 3 Schritte vor und zurück, 5x jedes Bein heben, 5x auf Stepper und von Stepper steigen, zuerst führt linkes Bein und dann rechtes Bein

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:

2 Durchgänge pro Bein (= 4x), 30s Pause zwischen den Beinen

Hilfsmittel:
Stepper (Treppenstufe auch möglich)

Seilspringen

Das Seilspringen ist eine effektive Ganzkörper- und Ausdauerübung.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, aufrechte Körperhaltung

Bewegungsausführung:
Das Seil wird über den Kopf geführt und anschließend durch einen Sprung überwunden.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
30s springen, 3 Durchgänge, 1min  Pause zwischen den Durchgängen

Beanspruchte Muskulatur:
Ganzkörperübung, aber vor allem Wadenmuskulatur

Hilfsmittel:
Springseil oder Kurzhanteln

Hinweis: Zur Vereinfachung können die Sprünge ohne Seil, aber dafür mit Kurzhanteln ausgeführt werden

Ausdauertraining ohne Hilfsmittel

Für diese Trainingsvariante benötigen Sie keine Hilfsmittel oder können sich Mittel bedienen, die Sie in jedem Haushalt finden sollten.

Boxen

Diese Übung dient sowohl zur Verbesserung der Koordination, als auch zur Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit.

Ausgangslage:
Schrittstellung, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken, Hände zu Fäusten geballt und vor Kopf halten (auf Höhe der Augen)

Bewegungsausführung:
schnelles nach vorn führen der Arme (abwechselnd), sobald Bewegungsablauf verinnerlicht wurde nach vorn und hinten laufen sowie quer durch den Raum möglich

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
20x pro Seite, 3 Durchgänge, je ca. 1min Pause zwischen den Durchgängen

Beanspruchte Muskulatur:
Oberarmbizeps (M. biceps brachii), Oberarmspeichenmuskel (M. brachioradialis), Armbeuger (M. brachiales), Deltamuskel (M. deltoideus Pars acromialis)

Hilfsmittel:
keine

Hinweis: Zum Erschweren der Übung können Hanteln/ Wasserflaschen in die Hände genommen werden, eher leicht nach oben boxen als nach unten.

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. Zopf, E., Baumann, F., & Pfeifer, K. (2013). Körperliche Aktivität und körperliches Training in der Rehabilitation einer Krebserkrankung. Die Rehabilitation, 53(01), 2–7. https://doi.org/10.1055/s-0033-1334916
Aktualisierungsinformation

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

Selbst aktiv werden: Kraft

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Der Körper muss Kraft aufwenden, um Widerständen entgegenzuwirken, sie zu überwinden und zu halten. Ein optimales Kraftniveau sorgt für die Stabilität des Bewegungsapparates und erhält die Lebensqualität aufrecht. In einer Studie von Leskaroski 2013 führten Brustkrebspatienten ein zwölfwöchiges Krafttrainingsprogramm durch. Es zeigten sich eine Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität, eine Verminderung des Fatigue-Syndroms (Müdigkeit) und der Aufbau der Muskelkraft.1

Hier finden Sie Kraftübungen mit Hilfsmitteln und ohne Hilfsmittel, welche Sie zu Hause in Ihr Training einbauen können. Bitte beachten Sie auch hier unsere allgemeinen Hinweise zur Erwärmung und zum Ausklang der Übungseinheit (Cool Down).

Krafttraining mit Hilfsmitteln

Für diese Trainingsvariante empfiehlt es sich, Hilfsmittel, wie z. B. Hanteln, aus dem Handel zuhilfe zu nehmen. Manchmal können Sie sich auch mit Mitteln, die Sie in Ihrem Haushalt finden, behelfen.

Armbeuge (Biceps-Curls)

Diese Übung dient zur Kräftigung der Oberarmmuskulatur, somit fällt das Tragen von schwereren Gegenständen nach einiger Zeit des Trainings wieder leichter.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Knie nicht ganz durchgestreckt, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken, Oberarme werden dicht an Körper gehalten, Unterarme hängen nach unten, Hanteln befinden sich in Händen (sodass die Handfläche nach oben zeigt)

Bewegungsausführung:
Ohne das der Oberarm sich mit bewegt wird nun der Unterarm nach oben in Richtung Schulter geführt, kontrolliert langsam wieder in die Ausgangsstellung gesenkt

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x Biceps Curls, 3 Durchgänge, je ca. 1 min Pause zwischen den Durchgängen

Beanspruchte Muskulatur:
Oberarmbizeps (M. biceps brachii), Oberarmspeichenmuskel (M. brachioradialis), Armbeuger (M. brachiales)

Hilfsmittel:
Kurzhantel (2-4 kg)

Hinweise: Es können auch gefüllte Wasserflaschen statt Hanteln verwendet werden. Wichtig: Oberarm bewegt sich nicht mit.

Frontheben mit Handtuch

Diese Übung Verbessert die Beweglichkeit in der Schulter und kann auch zur Kräftigung der Arme und Schultermuskulatur führen.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, leicht im Knie, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken, Handtuch von oben an beiden Enden greifen.

Bewegungsausführung:
Arme nun von unten nach oben bis auf Schulterhöhe führen.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x, 3 Durchgänge, je ca. 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Oberarmbizeps (M. biceps brachii), Deltamuskel (M. deltoideus Pars acromialis), Schulter (Rotatorenmanschette).

Hilfsmittel:
Kleines Handtuch.

Hinweis: Haben Sie keine Schmerzen, können Sie das Handtuch bis über den Kopf führen, sodass die Beweglichkeit noch mehr gesteigert werden kann.

Kurzhantelfrontheben

Diese Übung fördert die Kraftfähigkeit in Armen und Schultern und wirkt Stürzen beim Heben von Gegenständen vor.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Bauchnabel einziehen, Rücken gerade (kein Hohlkreuz, oder Rundrücken),Hanteln von oben greifen, Hanteln liegen auf Oberschenkelvorderseite auf, Blick nach vorn, Arme gestreckt.

Bewegungsausführung:
Die Kurzhanteln werden kontrolliert von der Oberschenkelvorderseite mit gestreckten Armen auf Höhe der Schultern gehoben und zurück.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x anheben, 3 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Deltamuskel (M. deltoideus, Pars clavicularis), großer Brustmuskel (M. pectoralis major), Bizepsmuskel (M. biceps brachii), Hakenarmmuskel (M. coracobrachialis).

Hilfsmittel:
Kurzhanteln (1-3 kg).

Hinweise: Gefüllte Wasserflaschen können auch als Gewicht dienen. Arme gestreckt lassen.

Kurzhantelseitheben

Diese Übung fördert die Kraftfähigkeit in Armen und Schultern.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Bauchnabel einziehen, Rücken gerade (kein Hohlkreuz, oder Rundrücken), Hanteln von oben greifen, Hanteln liegen seitlich an der Hüfte, Blick nach vorn, Arme gestreckt.

Bewegungsausführung:
Die Kurzhanteln  werden von der Hüfte seitlich auf Höhe der Schultern gehoben und wieder abgesenkt.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x anheben, 3 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Deltamuskel (Musculus deltoideus, Pars acromialis), wichtigster Muskel für die Abduktion, Obergrätenmuskel (M. supraspinatus), langer Kopf des Bizepsmuskels (Caput longum des M. biceps brachii).

Hilfsmittel:
Kurzhanteln (1-3 kg).

Hinweise: Gefüllte Wasserflaschen können auch als Gewicht dienen. Arme gestreckt lassen.

Rudern mit Handtuch

Diese Übung kräftigt den Rücken. Somit wird eine aufrechte Haltung und die allgemeine Bewegungsstabilität gefördert.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Vorbeuge mit leicht gebeugten Knien, Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule, Schulterbreiter Griff, Spannung auf Handtuch bringen.

Bewegungsausführung:
Das Handtuch wird unter Zug von Kniehöhe zum Brustkorb geführt, wobei die Schulterblätter zusammengezogen werden. Dabei bleibt das Handtuch ständig unter Zug, sodass es nicht durchhängt.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x zum Brustkorb ziehen, 3 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Rückenmuskulatur (m.trapezius, m.rhomboideus).

Hilfsmittel:
Handtuch, Terraband.

Hinweis: Das Handtuch bleibt die ganze Zeit unter Spannung/Zug.

Schulterdrücken mit Handtuch

Ein Variante des Schulterdrücken ohne Gewichte kann mit dem Handtuch erfolgen. Dabei wird Spannung auf das Handtuch gebracht und gleichzeitig ein Reiz auf den Körper gesetzt.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Handtuch zwischen Hände vor Brustkorb schulterbreit  spannen, Rücken gerade, Bauch anspannen.

Bewegungsausführung:
Das Handtuch von Brusthöhe über den Kopf führen bis die Arme fast vollständig gestreckt werden. Die Spannung auf das Handtuch wird solang gehalten, bis die Ausgangslage wieder eingenommen wurde. Dann wird die Bewegung von vorn ausgeführt.

Beanspruchte Muskulatur:
Schultermuskel (m.deltoideus), Brustmuskel (m. pectoralis major), Armstrecker (m. tricpes brachii).

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
3 × 15, 1 min Pause

Hilfsmittel:
Handtuch

Hinweise: Keine.

Ausfallschritt mit Hantel

Diese Übung kräftigt sowohl die Oberschenkelmuskulatur, als auch die Wadenmuskulatur. Durch das Ausbalancieren der Schrittstellung werden die Stabilisatoren in den Fußgelenken angesteuert und gestärkt, dadurch können Stürze vorgebeugt werden.

Ausgangslage:
Schrittstellung (etwas größer als Normal), aufrechter und gerader Oberkörper (kein Hohlkreuz), Hanteln werden von oben gegriffen und seitlich neben dem Körper gehalten, Arme gestreckt nach unten hängend, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken.

Bewegungsausführung:
Die Bewegung startet indem beide Knie gleichzeitig gebeugt werden und man kontrolliert den Körperschwerpunkt in Richtung Boden verlagert.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10-15x tief gehen, 3 Durchgänge, je 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris, M. sartorius), Beinstrecker (M. quadriceps femoris), Gesäß (M. glutaeus maximus, -medius, -minimus), Adduktoren (M. gracilis, M. adductor longus), Waden (M. triceps surae).

Hilfsmittel:
Kurzhantel (1 - 3 kg).

Hinweise: Große gefüllte Wasserflaschen können auch als Gewicht dienen, Oberkörper aufrecht behalten, Knie nur soweit beugen wie möglich, vorderes Knie geht nicht über Zehenspitzen hinaus.

Kniebeuge mit Kurzhantel

Diese Übung kräftigt die Oberschenkel als auch die Gesäßmuskulatur. Durch regelmäßiges trainieren wird ein leichteres Hinsetzen und Aufstehen ermöglicht.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Knie leicht gebeugt, aufrechter und gerader Rücken, Bauchnabel einziehen, Arme hängen neben dem Körper, Hände greifen von oben auf Hanteln

Bewegungsausführung:
Bewegung beginnt aus der Hüfte, Becken wird nach hinten verschoben, Knie beugen sich und setzt sich tief nach hinten, bis auf ca. 90° im Knie tief gehen, danach erfolgt das Aufsehen und Aufrichten in die Ausgangslage

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x tief gehen, 3 Durchgänge, je ca. 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris, M. sartorius), Beinstrecker (M. quadriceps femoris), Gesäß (M. glutaeus maximus, -medius).

Hilfsmittel:
Kurzhanteln (2-4kg).

Hinweise: Statt Hanteln können auch gefüllte Wasserflaschen genutzt werden. Knie bleiben hinter den Fußzehen. Knie nicht über Zehenspitzen hinaus.

Rumpfneige

Die Rumpfneige kräftigt kräftigt die seitliche Bauchmuskulatur und fördert somit die Stabilität des Rumpfes. Dies unterstützt das einseitige Tragen von Gegenständen wie einen Einkaufsbeutel.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, in den Händen je eine Hantel, Handrücken zeigt nach außen, Bauch anspannen, Rücken gerade, Blick nach vorn.

Bewegungsausführung:
Der Oberkörper wird seitlich geneigt, sodass die Hantel von Hüfthöhe auf Kniehöhe geführt wird und zurück. Dabei sollte die Grundspannung im Rumpf über die ganze Bewegung hinweg aufrechterhalten werden.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10-15x, 3 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Schräge Bauchmuskulatur (Musculus obliquus externus abdominis).

Hilfsmittel:
Kurzhanteln

Hinweise: Bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, das Gewicht reduzieren oder den WInkel der Beuge verringern.

 

Krafttraining ohne Hilfsmittel

Für diese Trainingsvariante benötigen Sie keine Hilfsmittel oder können sich Mittel bedienen, die Sie in jedem Haushalt finden sollten.

Ausfallschritt mit Stuhl

Diese Übung kräftigt sowohl die Oberschenkelmuskulatur, als auch die Wadenmuskulatur. Durch das Ausbalancieren der Schrittstellung werden die Stabilisatoren in den Fußgelenken angesteuert und gestärkt, dadurch können Stürze vorgebeugt werden.

Ausgangslage:
Schrittstellung (etwas größer als Normal), aufrechter und gerader Oberkörper (kein Hohlkreuz), Hanteln werden von oben gegriffen und seitlich neben dem Körper gehalten, ein Arm hält sich am Stuhl als Stütze fest, anderer Arm hängt gestreckt nach unten, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken.

Bewegungsausführung:
Die Bewegung startet indem beide Knie gleichzeitig gebeugt werden und man kontrolliert den Körperschwerpunkt in Richtung Boden verlagert.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x tief gehen, 3 Durchgänge, je 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris, M. sartorius), Beinstrecker (M. quadriceps femoris), Gesäß (M. glutaeus maximus, -medius, -minimus), Adduktoren (M. gracilis, M. adductor longus), Waden (M. triceps surae).

Hilfsmittel:
Stuhl.

Hinweise: Oberkörper aufrecht behalten. Knie nur soweit beugen, wie möglich. Vorderes Knie geht nicht über Zehenspitzen hinaus. Nicht auf Schnelligkeit plädieren – lieber  auf eine ruhige und saubere Bewegungsausführung achten.

Beinstrecker

Diese Übung dient zur Kräftigung der Beinstreckermuskulatur.

Ausgangslage:
Sitzend auf einem Stuhl/ Hocker, beide Füße befinden sich auf dem Boden stehend, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken.

Bewegungsausführung:
Nacheinander wird nun ein Bein nach vorn ausgestreckt, Oberschenkel bleibt auf einer höhe mit der Sitzfläche – nur Unterschenkel wird bis kurz vor Waagerechte gestreckt.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x pro Seite, 3 Durchgänge, je ca. 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Beinstrecker (M. quadriceps femoris), Beinbeuger (Ischiocrurale Muskulatur).

Hilfsmittel:
Stuhl/ Hocker.

Hinweise: Knie nicht in die vollständige Streckung oder gar Überstreckung bringen. Ruhige und kontrollierte Bewegung. Zum Erschweren der Übung kann eine Gewichtsmanschette um den Knöchel gelegt werden.

Hüftstrecker (Gesäßmuskulatur)

Diese Übung kräftigt die Gesäßmuskulatur und die Hüftstreckermuskulatur, dadurch können Schmerzen, die durch langes Sitzen entstehen, vorgebeugt werden.

Ausgangslage:
Stabiler Stand auf einem Bein (zum Beispiel Links), Knie leicht gebeugt, Bauchnabel einziehen, Rücken gerade, Oberkörper leicht nach vorn gebeugt und Hände auf Lehne eines Stuhls gestützt oder gegen eine Wand.

Bewegungsausführung:
Kontrolliertes nach hinten oben Führen des freien Beines (zum Beispiel Rechts), nur bis die Hüfte aufdrehen würde.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x pro Bein nach Wechsel, 3 Durchgänge, je ca. 1min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Gesäß (M. glutaeus maximus & -medius).

Hilfsmittel:
Stuhl / Wand.

Hinweise: Zum Erschweren der Übung kann eine Gewichtsmanschette um den Knöchel gebunden werden. Wichtig: Das Aufdrehen der Hüfte möglichst vermeiden.

Kniebeuge mit Stuhl

Diese Übung kräftigt die Oberschenkel als auch die Gesäßmuskulatur. Durch regelmäßiges trainieren wird ein leichteres Hinsetzen und Aufstehen ermöglicht.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Knie leicht gebeugt, aufrechter und gerader Rücken, Bauchnabel einziehen, ein Arm hängt neben dem Andern, der andere Arm stützt sich auf Stuhl / Wand ab.

Bewegungsausführung:
Bewegung beginnt aus der Hüfte, Becken wird nach hinten verschoben, Knie beugen sich und setzt sich tief nach hinten, bis auf ca. 90° im Knie tief gehen, danach erfolgt das Aufsehen und Aufrichten in die Ausgangslage.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x tief gehen, 3 Durchgänge, je ca. 1min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris, M. sartorius), Beinstrecker (M. quadriceps femoris), Gesäß (M. glutaeus maximus, -medius).

Hilfsmittel:
Stuhl / Wand

Hinweis: Knie bleiben hinter Fußzehen.

Wadenheben

Das Wadenheben kräftigt die Wadenmuskulatur. Unterstützt das Gehen und beugt Stürzen durch Instabilität im Sprunggelenk vor.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, leichter Stütz am Stuhl (Türrahmen oder Tisch auch möglich).

Bewegungsausführung:
Die Ferse wird im Stand vom Boden angehoben, sodass im letzten Punkt der Streckung nur die Fußballen Bodenkontakt haben.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
15 x Ferse anheben und absenken, 3 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Wadenmuskulatur (m. gastrocnemius, m. soleus).

Hilfsmittel:
Stuhl (oder etwas anderes zum Abstützen).

Hinweise: Der Oberkörper sollte möglichst aufrecht bleiben. Die Übung kann auch frei oder einbeinig durchgeführt werden.

 

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. Leskaroski, A. (2013). „Stark gegen den Krebs“—Effekte einer zwölfwöchigen Krafttrainingsintervention auf körperliche und psychische Parameter von Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie. https://doi.org/10.4126/38M-005188027
Aktualisierungsinformation

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

Selbst aktiv werden: Koordination

© Robert Kneschke / shutterstock.com

Das Koordinationstraining schult die Konzentration auf die eigenen Bewegungen und hilft somit Alltagssituationen besser bewältigen zu können. Durch Balanceübungen wird das Gleichgewicht gefördert, um Stürzen vorzubeugen und die Sicherheit in den Bewegungen zu fördern. Hier finden Sie Übungen, um die Koordination im häuslichen Umfeld trainieren zu können. Bitte beachten Sie immer auch unsere Hinweise zur Erwärmung und zum Ausklang der Übungseinheit (Cool Down).

Koordinationstraining mit Hilfsmitteln

Für diese Trainingsvariante empfiehlt es sich, Hilfsmittel, wie z. B. Hanteln, aus dem Handel zuhilfe zu nehmen. Manchmal können Sie sich auch mit Mitteln, die Sie in Ihrem Haushalt finden, behelfen.

Balance diagonal

Diese Übung schult sowohl die Koordination als auch die Balance. Durch die gegengleiche Bewegung werden beide Gehirnhälften miteinander vernetzt. Durch das Ausbalancieren werden auch die Stabilisatoren des Fußgelenkes trainiert, welche zur Sturzprophylaxe beitragen.

Ausgangslage:
Schlussstand, Knie leicht gebeugt, Arme seitlich neben dem Körper ausgestreckt, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken.

Bewegungsausführung:
Ein Knie (zum Beispiel Rechts) wird angewinkelt angehoben, der gegengleiche Arm (Links) wird nun von der Seite auf das rechte Knie geführt, tippt dieses an und Arm und Bein werden wieder in die Ausgangslage zurückgeführt.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 16 x insgesamt, 3 Durchgänge, je 1min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris), Deltamuskel (M. deltoideus Pars acromialis), Obergrätenmuskel (M. supraspinatus), Unterschenkel (Schienbein: M. tibialis anterior; Wade: M. tibialis posterior, M. triceps surae, M. peronaeus longus und brevis).

Hilfsmittel:
Keine.

Hinweise: Auf einen stabilen Stand achten. Langsame Durchführung der Koordinationsbewegung. Einen festen Punkt im Raum fokussieren zur besseren Balance.

Balance mit Stab

Diese Übung schult die Balance. Durch das ausbalancieren werden unter anderem auch die Stabilisatoren der Fußgelenke trainiert, welche positiv zur Sturzprophylaxe beitragen können.

Ausgangslage:
Schlussstand, aufrechter und gerader Rücken, Blick auf bestimmten Punkt im Raum fokussiert, ein Hand stützt sich auf den Stab zur Stabilisierung, Bauchnabel einziehen.

Bewegungsausführung:
Nun wird das Knie angehoben, welches sich im besten Fall parallel zum Halten des Stabes befindet.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x Knie anheben, 3 Durchgänge pro Seite, je 1min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris), Unterschenkel (Schienbein: M. tibialis anterior; Wade: M. tibialis posterior, M. triceps surae, M. peronaeus longus und brevis).

Hilfsmittel:
Stab.

Hinweise: Auf Gleichgewicht und ruhige Ausführung achten. Knie nur soweit anheben wie möglich. Statt des Stabes kann hier auch ein Stuhl oder die Wand benutzt werden (solang eine Hilfestellung zum Ausbalancieren gegeben ist).

Ballkreisen im Grätschstand

Diese Übung schult die Koordination von Armen und Beinen, sowie die Beweglichkeit des Rumpfes.

Ausgangslage:
Grätschstand (Füße stehen weiter auseinander als Hüftbreit), Oberkörper gerade, Ball in einer Hand (zum Beispiel Links), leicht im Knie, Bauchnabel einziehen, gerader Rücken.

Bewegungsausführung:
Ball wird nun mithilfe der Hände wie eine „8“ um die Beine herum gegeben, bei jedem Übergeben des Balls in die jeweils andere Hand geht man gleichzeitig in die Knie (sodass die Bewegung ein fortlaufendes Beugen und leichtes Strecken der Beine ist), um das Übergeben zu erleichtern geht der Oberkörper leicht mit nach vorn.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x den Ball um die Beine geben (in eine Richtung, dann in die Andere), 3 Durchgänge, je 1min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Bein- & Kniebeuger (M. biceps femoris, M. sartorius), Beinstrecker (M. quadriceps femoris), Gesäß (M. glutaeus maximus, -medius, -minimus), Deltamuskel (M. deltoideus Pars acromialis), Obergrätenmuskel (M. supraspinatus).

Hilfsmittel:
Kleiner Gymnastikball.

Hinweise: Auf einen geraden Rücken achten. Lieber mehr ins Knie gehen als den Oberkörper nach vorn lehnen.

Fangen mit Stab

Diese Übung dient zur Steigerung der Schnelligkeit und zur Verbesserung der Reflexe und Koordination.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, leicht im Knie, Bauchnabel einziehen, aufrechter Rücken, Stab in einer Hand (zum Beispiel Links).

Bewegungsausführung:
Stab wird nun leicht in die Luft auf die Seite der leeren Hand (zum Beispiel Rechts) geworfen, die freie Hand fasst nun so schnell es geht zu.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x pro Hand, 3 Durchgänge, je ca. 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Oberarmbizeps (M. biceps brachii), Oberarmspeichenmuskel (M. brachioradialis), Armbeuger (M. brachiales), Deltamuskel (M. deltoideus Pars acromialis).

Hilfsmittel:
Stab.

Hinweise: Stab kann ebenfalls durch Besenstiel ersetzt werden. Der Stab wird senkrecht in die Luft geworfen (nicht waagerecht).

Koordination mit Ball

Diese Übung schult die Koordination und fördert die Vernetzung der rechten und linken Gehirnhälften.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Knie leicht gebeugt, aufrechter und gerader Rücken, Bauchnabel einziehen, beide Arme hängen neben dem Körper, in linken Hand befindet sich kleiner Gymnastikball.

Bewegungsausführung:
Anheben des linken Armes (mit Ball) zur Seite auf Schulterhöhe während gleichzeitig der rechte Arm gestreckt nach vorn auf dieselbe Höhe gehoben wird, Arme hinter dem Rücken zusammenführen und antippen des Balls mit der rechten Hand (Ball bleibt in linken Hand festgehalten), anheben des gestreckten linken Armes mit Ball nach vorn auf Schulterhöhe während der rechte Arm gestreckt zur Seite nach oben gehoben wird, Absenken der Arme und Übergabe des Balls hinter dem Rücken von der linken Hand in die Rechte. Rechter Arm hebt mit Ball nach vorn auf Schulterhöhe während der linke Arm seitlich nach oben gehoben wird, Absenken der Arme und Antippen des Balls hinter dem Rücken mit der linken Hand (Ball bleibt mit der rechten Hand festgehalten), rechter Arm mit Ball wird gestreckt zur Seite gehoben während der linke Arm gestreckt nach vorn gehoben wird, Absenken der Arme und Übergabe des Balls hinter dem Rücken von der rechten Hand in die Linke.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 - 15 x, 3 Durchgänge, je ca. 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Oberarmbizeps (M. biceps brachii), Oberarmspeichenmuskel (M. brachioradialis), Deltamuskel (M. deltoideus Pars acromialis), Schulter (Rotatorenmanschette).

Hilfsmittel:
Kleiner Gymnastikball.

Hinweise: Es kommt nicht auf Schnelligkeit an. Lieber Bewegungen langsam und kontrolliert ausführen. Geschwindigkeit erst erhöhen, wenn der Bewegungsablauf verinnerlicht wurde.

Koordination mit Stock

Diese Übung fördert die Koordination und die Beweglichkeit in den Schultern.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Stock in einer Hand, Blick nach vorn.

Bewegungsausführung:
Der Stock wird nach hinten über die Schulter geführt, sodass man ihn mit der anderen Hand hinter dem Rücken greifen kann. Als nächsten führt man den Stock vom Rücken seitlich an der Hüfte vorbei und beginnt die Ausführung von vorn.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 x über jede Schulter, 2 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Schultermuskulatur (Rotatorenmanschette).

Hilfsmittel:
Stock, Besenstiel.

Hinweise: Um die Übung zu erschweren, kann abwechselnd ein Bein angewinkelt auf Höhe des Bauches gebracht werden.

Prellen

Diese Übung fördert die Augen-Hand-Koordination.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Ball in einer Hand.

Bewegungsausführung:
Der Ball wird so geprellt, dass er auf Hüfthöhe zurückspringt. Er wird dabei mit den Augen verfolgt.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
15 x jede Hand + 15 x mit Handwechsel + 15 x im Gang,  2 Durchgänge, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Hilfsmittel:
Ball mit 15 cm Durchmesser (Alternativ andere Ballgröße wählen).

Hinweise: Ball so kontrolliert wie möglich prellen.

Werfen

 

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Ball in beide Hände, aufrechte Körperhaltung.

Bewegungsausführung:
Der Ball wird in beliebiger Höhe nach oben geworden, mit den Augen verfolgt und anschließend gefangen.

Wiederholung, Satzanzahl, Pause:
10 x hochwerfen und fangen, 3 Durchgänge, 1 min Pause.

Beanspruchte Muskulatur:
Je nachdem wie schwer der Ball ist, wird die Armmuskulatur beansprucht.

Hilfsmittel:
Ball (15 cm im Durchmesser).

Hinweise: Mögliche Variationen sind, Klatschen zwischen Hochwerfen und Fangen, eine Drehung, gegen die Wand werfen und auffangen, dabei gehen.

 

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. DiBiS – digitale Bewegungsförderung in sächsischen Selbsthilfegruppen. Ein Projekt der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz. Online unter https://krebsundsport.org/ Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
Aktualisierungsinformation

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

Selbst aktiv werden: Reduktion und Vorbeugung von Inkontinenz

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Die Funktion der Beckenbodenmuskulatur ist die Unterstützungen des Verschlusses von Darm, Harnröhre und Vagina. Nach einer Entfernung oder andere Behandlung der Prostata, aufgrund eines Prostatakarzinoms, kann eine mögliche Folge die Harninkontinenz sein. Um dem entgegenzuwirken bietet sich ein Training der Beckenbodenmuskulatur an. In einer Studie von Heidenreich et al. (2020) wurden konventionelle Bauch- und Beckenbodenübungen kombiniert mit Übungen mittels Schwungstab. Die Ergebnisse zeigten, dass dies die Erholung der Kontinenz beschleunigen kann und somit die Lebensqualität der Betroffenen gefördert wurde.1

Hier finden Sie Beckenboden-spezifische Übungen, welche Sie in Ihr Training einbauen können, wieder jeweils zur Durchführung mit Hilfsmitteln und zur Durchführung ohne Hilfsmittel. Bitte beachten Sie immer auch unsere Hinweise zur Erwärmung und zum Ausklang der Übungseinheit (Cool Down).

Inkontinenztraining mit Hilfsmitteln

Für diese Trainingsvariante empfiehlt es sich, Hilfsmittel, wie z. B. Hanteln, aus dem Handel zuhilfe zu nehmen. Manchmal können Sie sich auch mit Mitteln, die Sie in Ihrem Haushalt finden, behelfen.

Schwungstab

Das Training mit einem sogenannten Schwungstab fördert die Kraft im gesamten Rumpf und aktiviert somit auch Tiefen- und Beckenbodenmuskulatur.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, Becken gekippt, Bauchnabel einziehen, leicht gebeugte Knie.

Bewegungsausführung:

Übung 1: Greifen sie den Schwungstab mit beiden Händen, sodass er horizontal liegt. Nun führen sie kleine Vor- und Rückbewegungen mit den Armen aus, sodass der Stab ins Schwingen kommt. Halten sie diesen dabei schräg nach unten.
Übung 2: Wie Übung 1, doch nun führen sie den Stab im Schwingen von Hüfthöhe auf Schulterhöhe und zurück.
Übung 3: Nehmen sie den Stab mit beiden Händen senkrecht zum Boden. Nun führen sie die Schwingung auf Brusthöhe aus.

Wiederholung:
20 s x 2, je Übung, 1 min Pause zwischen den Durchgängen.

Beanspruchte Muskulatur:
Rumpf-, Tiefen- und Beckenbodenmuskulatur.

Hinweise: Versuchen sie die Arme möglichst gestreckt zu lassen. Es schwingen nur die Außenseiten des Stabs.

Inkontinenztraining ohne Hilfsmittel

Für diese Trainingsvariante benötigen Sie keine Hilfsmittel oder können sich Mittel bedienen, die Sie in jedem Haushalt finden sollten.

BeBo anspannen

Diese Übung unterstützt die Kontinenz und Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur.

Ausgangslage:
Rückenlage, Rumpfspannung, Gesamter Rücken liegt auf Unterlage auf, Beine angestellt.

Bewegungsausführung:
Ziehen sie den Bauchnabel ein und spannen die Beckenmuskulatur an. Diese Übung soll das Anhalten des Urins auf der Toilette imitieren.

Wiederholung:
3 × 10, 1 min Pause.

Beanspruchte Muskulatur:
Untere Bauchmuskulatur, Beckenbodenmuskulatur.

Beckenheben

Das Beckenheben soll sie Wahrnehmung und Kräftigung der Muskulatur in Gesäß und Beckenboden unterstützen.

 

Ausgangslage:
Rückenlage, Rumpfspannung, Gesamter Rücken liegt auf Unterlage auf, Beine angestellt.

Bewegungsausführung:
Becken wird Richtung Decke angehoben und zurückgeführt ohne das Gesäß am Boden abzusetzen.

Wiederholung:
3 × 15, 1 min Pause.

Hinweis: Versuchen sie in der höchsten Position des Beckens die Gesäßmuskulatur anzuspannen.

Rumpfheben (Situps)

Diese Übung regt den Lymphfluss im Schulter- und Brustbereich  an, fördert die Kraftfähigkeit der Nackenmuskulatur und kann diese gleichzeitig entspannen.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, aufrechte Körperhaltung, Rumpf anspannen.

Bewegungsausführung:
Ziehen sie ihre Schultern bis Richtung Ohren. Sie können sie anschließend in die Ausgangsposition zurückfallen lassen kontrolliert absenken.

Wiederholung:
3 × 15, 1 min Pause.

Beanspruchte Muskulatur:
Nackenmuskulatur.

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. Heydenreich, M. et al. (2020). Does trunk muscle training with an oscillating rod improve urinary incontinence after radical prostatectomy? A prospective randomized controlled trial. Clinical rehabilitation, 34(3), 320-333.
Aktualisierungsinformation

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

Selbst aktiv werden: Reduktion und Vorbeugung von Lymphödemen

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Unabhängig von der Art der Krebserkrankung, ist es wichtig, die körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Durch das gezielte Training kann die Kraftfähigkeit in den oberen Extremitäten verbessert werden. In einer Studie von Schmitz et al. 2010 führte ein Trainingsprogramm mit langsam steigendem Gewicht, nicht zu einem erhöhtem Auftreten von Lymphödemen bei Brustkrebs-Überlebenden.1

Hier finden Sie Übungen, um die Kraft zu fördern und das Risiko für Lymphödeme nicht zu erhöhen. Bitte beachten Sie immer auch unsere Hinweise zur Erwärmung und zum Ausklang der Übungseinheit (Cool Down).

Anti-Lymphödem-Training ohne Hilfsmittel

Für diese Trainingsvariante benötigen Sie keine Hilfsmittel oder können sich Mittel bedienen, die Sie in jedem Haushalt finden sollten.

Armkreisen

Bei der Übung Armkreisen wird der Lymphfluss im Oberkörper  und die Beweglichkeit in den Schultern gefördert.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, aufrechte Körperhaltung, Rumpf anspannen.

Bewegungsausführung:
Arme werden von Hüfthöhe bis über Kopfhöhe  in kreisender Bewegung geführt (vorwärts/rückwärts/entgegengesetzt).

Wiederholung:
Je 3 × 15, 1 min Pause.

Beanspruchte Muskulatur:
Rotatorenmannschette, m. deltoideus.

Armschwingen 90°

Beim Armschwingen wird die Tiefenmuskulatur trainiert und der Lymphfluss im Oberkörper gefördert.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, aufrechte Körperhaltung, Rumpf anspannen.

Bewegungsausführung:
Gestreckten Arme zur Seite bis auf Schulterhöhe anheben und in einem sehr kleinen Bewegungsausmaß schwingen. (vor/nach hinten, nach oben/nach unten).

Beanspruchte Muskulatur:
Rotatorenmannschette, m. deltoideus.

Wiederholung:
3 x 20 s, 1 min Pause.

Hinweis: Gleichmäßige Atmung.

Armschwingen zur Seite

Beim Armschwingen wird die Tiefenmuskulatur trainiert und der Lymphfluss im Oberkörper gefördert.

Ausgangslage:
Hüftbreiter Stand, Blick nach vorn, aufrechte Körperhaltung, Rumpf anspannen.

Bewegungsausführung:
Lassen sie die Arme seitlich neben dem Körper hängen, spannen sie sie nun an und bewegen diese in einem sehr kleinen Bewegungsausmaß.

Beanspruchte Muskulatur:
Gesamte Rumpf- und Oberkörpermuskulatur.

Wiederholung:
3 x 20 s, 1 min Pause.

Hinweis: Gleichmäßige Atmung.

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. Schmitz, K. H., Ahmed, R. L., Troxel, A. B., Cheville, A., Lewis-Grant, L., Smith, R., Bryan, C. J., Williams-Smith, C. T., & Chittams, J. (2010). Weight Lifting for Women at Risk for Breast Cancer–Related Lymphedema: A Randomized Trial. JAMA, 304(24), 2699. https://doi.org/10.1001/jama.2010.1837
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Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022

Selbst aktiv werden: Übungsprogramme

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Dies sind mögliche Kombinationen der aufgezeigten Übungen zur Schulung der Ausdauer, der Kraft und der Koordination. Sie können nach Belieben die einzelnen Übungen miteinander kombinieren, achten sie jedoch darauf mindestens 2-3 Kraftübungen, 1 Ausdauerübung und mind. 2 Koordinationsübungen durchzuführen. Sie können jedoch selbst entscheiden in wie weit sie Ihr Training ausbauen und ergänzen möchten.

Variante 1 – Mix (ca. 35 min)

Beim Ausüben des Übungsprogramms „Mix“ verbraucht eine normalgewichtige Person im Durchschnitt 120 kcal. Je mehr Wiederholungen und Sätze durchgeführt werden, desto höher fallen die Kilokalorien aus.

Erwärmung (5 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
Steppübung
Boxen
Steppübung: 5 x 3 Schritte vor/zurück, 5 x Knieheben, 5 x “Treppensteigen”.
Boxen: 3 × 20 Sekunden.
Je Übung 3 Durchgänge.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Mit Musik macht es mehr Spaß.
Alternativ zum Stepper eine Treppenstufe nutzen.
     

Hauptteil (15 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
Kurzhantelfrontheben
Rumpfbeuge
Wadenheben
Jede Übung 3×15.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Es kann individuell zwischen den Varianten einer Übung gewechselt werden. Achten sie auf eine Körpergrundspannung. Trainingsgerät: Kurzhanteln (Alternativ: Wasserflaschen).
     

Schlussteil (5 Minuten)

Übung Methode Methode
Ballkreisen
Koordination mit Ball
Ballkreisen: 5 x den Ball um den Kopf & 5 x den Ball um den Rumpf geben (erst in eine Richtung, danach in die Andere) ➜ 3 Durchgänge.
Koordination mit Ball: 3 × 10.
1 min Pause zwischen den Durchgängen.
Ball mit 15 cm Durchmesser (Alternativ: andere Ballgröße wählen).
     

Variante 2 – Beintraining (ca. 34 min)

Beim Ausüben des Übungsprogramms „Beintraining“ verbraucht eine normalgewichtige Person im Durchschnitt 98 kcal. Je mehr Wiederholungen und Sätze durchgeführt werden, desto höher fallen die Kilokalorien aus.

Erwärmung (3 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
Seilspringen 30s springen ➜ 3 Durchgänge. 1 min Pause zwischen den Durchgängen.  
     

Hauptteil (15 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
Kniebeuge mit Kurzhanteln (Alternativ: Kniebeuge mit Stuhl)
Ausfallschritte mit Hanteln (Alternativ: Ausfallschritt mit Stuhl)
Beinheben
Jede Übung 3×15.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Es kann individuell zwischen den Varianten einer Übung gewechselt werden. Achten sie auf eine Körpergrundspannung. Trainingsgerät: Kleines Handtuch.
     

Schlussteil (5 Minuten)

Übung Methode Methode
Balance mit Stab
Fangen mit Stab
Balance mit Stab: 3×15 pro Seite.
Fangen mit Stab: 10-15x pro Hand ➜ 3 Durchgänge.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Stock/Stab (Besenstiel).
     

Übungsprogramm zur Reduktion und Vorbeugung von Inkontinenz (ca. 21 min)

Dies sind mögliche Kombinationen der aufgezeigten Übungen. Sie können nach Belieben die einzelnen Übungen miteinander kombinieren, achten sie jedoch darauf mind. 2-3 Kraftübungen, 1 Ausdauerübung und mind. 2 Koordinationsübungen durchzuführen. Sie können jedoch selbst entscheiden in wie weit sie Ihr Training ausbauen und ergänzen möchten.

Erwärmung (5 Minuten)

Übung Methode Methode
Steppübung
Schattenboxen
5 x 3 Schritte vor/zurück, 5 x Knieheben, 5 x “Treppensteigen”➜ 3 Durchgänge.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Mit Musik macht es mehr Spaß.
Alternativ zum Stepper eine Treppenstufe nutzen.
     

Hauptteil (15 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
BeBo anspannen
Becken heben
Schwungstab/Armschwingen Seite
Jede Übung 3 × 15.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Es kann individuell zwischen den Varianten einer Übung gewechselt werden. Achten sie auf eine Körpergrundspannung. Trainingsgerät: Kleines Handtuch, Gewichte (Kurzhanteln / Wasserflaschen).
     

Schlussteil (5 Minuten)

Übung Methode Methode
Ballkreisen im Grätschstand
Ballkreisen um den Körper
Ballkreisen um den Körper: 5 x den Ball um den Kopf und 5 x den Ball um den Rumpf geben (erst in eine Richtung, danach in die Andere) ➜ 3 Durchgänge,
Ballkreisen im Grätschstand: 3×15 je Richtung,
zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Ball mit 15 cm Durchmesser (Alternativ: andere Ballgröße wählen).
     

Übungsprogramm zur Reduktion und Vorbeugung von Lymphödemen (ca. 23 min)

Dies sind mögliche Kombinationen der aufgezeigten Übungen. Sie können nach Belieben die einzelnen Übungen miteinander kombinieren, achten sie jedoch darauf mind. 2-3 Kraftübungen, 1 Ausdauerübung und mind. 2 Koordinationsübungen durchzuführen. Sie können jedoch selbst entscheiden in wie weit sie Ihr Training ausbauen und ergänzen möchten.

Erwärmung (3 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
Boxen 3 × 15 jede Hand.
Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
 
     

Hauptteil (15 Minuten)

Übung Methode Hinweise / Material
Armkreisen
Armschwingen
Schulterdrücken
Jede Übung 3 × 15. Zwischen den Durchgängen 1 min Pause. Trainingsgerät: Kleines Handtuch, Gewichte (Kurzhanteln / Wasserflaschen). Es kann individuell zwischen den Varianten einer Übung gewechselt werden.
     

Schlussteil (5 Minuten)

Übung Methode Methode
Koordination mit Ball
Koordination mit Stock
Koordination mit Ball: 3×10
Koordination mit Stock: 10x über jede Schulter ➜ 2 Durchgänge. Zwischen den Durchgängen 1 min Pause.
Stock / Stab (Besenstiel).
Ball mit 15 cm Durchmesser (Alternativ: andere Ballgröße wählen).
     

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. DiBiS – digitale Bewegungsförderung in sächsischen Selbsthilfegruppen. Ein Projekt der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz. Online unter https://krebsundsport.org/ Zuletzt eingesehen am 23. August 2022.
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Erstellt am: 23.08.2022
Letzte Aktualisierung am: 23.08.2022