Schlafzimmer

Barrierefreies Schlafzimmer

In der „DIN 18040-2 Wohnungen“ sind die Ausführungen zum Wohnzimmer sehr kurz gehalten. Sie beschränken sich auf den Hinweis, bei nutzungstypischer Möblierung an ausreichend Bewegungsflächen zu denken. Dabei sollte wenigstens eine Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm bzw. 150 cm x 150 cm (bei Nutzung durch Rollstuhlfahrer) vorgesehen sein. Vor Möbel sollten laut DIN grundsätzlich Bewegungsflächen mit einer Mindesttiefe von 90 cm bzw. 150 cm (bei Nutzung durch Rollstuhlfahrer) eingeplant werden.1

In unserem Leben verbringen wir sehr viel Zeit im Schlafzimmer. Auch wenn der Schwerpunkt der Betrachtung auf einer barrierefreien Gestaltung liegt, sollen wir auf eine angenehme und behagliche Gestaltung und Atmosphäre nicht verzichten. Wir beschäftigen uns deshalb hier insbesondere mit

▪    den Betten (Bewegungsflächen, Betthöhen etc.)
▪    der Gestaltung und Erreichbarkeit von Bedienelementen (Lichtschalter, Wecker etc.)
▪    der Gestaltung von Schränken und weiteren Möbelstücken und
▪    den Fragen des gesunden Raumklimas.

Barrierefreie Lösungen

In der DIN 18040-2 zum barrierefreien Wohnen wird in Bezug auf die Schlafräume nur das Thema der ausreichenden Bewegungsflächen gesondert behandelt.

Bewegungsflächen

Dabei verweist die DIN, wie auch in anderen Räumen, auf die Notwendigkeit des Vorhandenseins von mindestens einer Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm. Bei der Nutzung mit einem Rollstuhl sollte eine Bewegungsfläche von 150 cm x 150 cm vorhanden sein. Vor den Möbeln sollte eine Bewegungsfläche von 90 cm verfügbar sein. Bei Nutzung mit einem Rollstuhl erhöht sich diese wieder auf die klassischen 150 cm. Vor dem Bett sollte an der einen Längsseite eine Bewegungsfläche von 120 cm und an der anderen Längsseite eine Fläche von 90 cm frei gehalten werden. Auch hier erhöhen sich die Werte bei der Nutzung des Schlafraumes mit einem Rollstuhl auf 150 cm bzw. 120 cm an den beiden Längsseiten des Bettes. Falls notwendig sollte das Bett so aufgestellt werden, dass es von drei Seiten gut zugänglich ist.

Bett

Die Höhe des Bettes sollte so gewählt werden, dass der Betroffene bequem aus dem Bett ein- oder aussteigen kann. Je nach individueller Schädigung kann dabei die optimale Höhe des Bettes unterschiedlich sein. Während einige Ratgeber davon sprechen, dass die Oberkante der Matratze in einem barrierefreien Schlafzimmer nicht mehr als 55 cm über dem Fußboden liegen sollte, ist dies für einige contergangeschädigte Menschen aber zu niedrig. Für Sie muss das Bett höher sein. Eine einfache Möglichkeit für eine Anpassung der Bett-Höhe sind z.B. Erhöhungsblöcke für das Bett. Ein elektrisch verstellbarer Einlegerahmen mit Lattenrost oder ein elektrisch höhenverstellbares Aufstehbett sind weitere Optionen. Alternativ bieten z.B. auch die in den letzten Jahren immer beliebter werdenden Boxspringbetten eine sinnvolle Alternative für ein höheres Bett.

Bei der Auswahl der passenden, körpergerechten Matratze können sie sich z.B. auch an ihren Physiotherapeuten wenden, der Ihnen bei der Wahl der richtigen Matratze unabhängige Tipps geben kann.

Um den Komfort des Bettes zu erhöhen bzw. sinnvolle Hilfestellungen zu geben, können elektrisch verstellbare Kopf- und Fußteile oder auch Aufstehhilfen (z.B. Bügelstütze, Deckenstange) genutzt werden.

Viele Menschen lesen im Bett vor dem Einschlafen gerne noch ein Buch. Damit sie nach der Lektüre nicht mehr aufstehen müssen empfiehlt es sich, neben dem Bett leicht erreichbare Ablageflächen vorzusehen. Hier können neben dem Buch oder der Brille auch der Wecker oder ein zweiter Telefonapparat ihren Platz finden.

Licht

Auch der Schalter für das Licht sollte vom, Bett aus gut erreichbar sein. Eine alternative Lösung bieten Lichtlösungen mit Akustikschalter, die auf Geräusche ansprechen, oder Bewegungsmelder. Für den Gang zur Toilette kann der Weg zum WC mit handelsüblichen Steckdosenleuchten oder Lichtorientierungssystemen am Boden oder an bereits installierten Handläufen noch sicherer gemacht werden.

Die Lichtschalter und weiteren Bedienelemente im Schlafzimmer (z.B. für die Heizung) sollten dabei

  • visuell kontrastierend gestaltet und taktil wahrnehmbar sein (Zwei-Sinne-Prinzip),
  • ihre Funktion durch Kennzeichnung verdeutlichen,
  • einen geringen Kraftaufwand zur Betätigung erfordern und
  • visuell, akustisch oder mechanisch (Schalterstellung) eine eindeutige Rückmeldung an den Nutzer geben, dass die gewünschte Funktion ausgelöst wurde.

Vor den Bedienelementen sollte ebenfalls eine ausreichende Bewegungsfläche frei gehalten werden (bis zu 150 cm x 150 cm). Laut DIN 19040-2 sollen darüber hinaus die Greif- und Bedienhöhen grundsätzlich 85 cm über dem Fußboden betragen. Bei mehreren Bedienelementen übereinander (z. B. Lichtschalter) ist abweichend ein Bereich von 85 bis 105 cm möglich. Je nach individueller Schädigung und Körpergröße kann es jedoch notwendig sein, im Einzelfall von dieser Empfehlung abzuweichen, um eine einfache und bequeme Bedienung sicher stellen zu können.

Schränke

Viele Menschen nutzen das Schlafzimmer auch zum An- und Ausziehen der Kleidung. Damit diese in den zur Aufbewahrung genutzten Schränken leicht erreichbar ist, müssen die Kleiderstangen und Einlegeböden, je nach individuellem Bedarf in der Höhe angepasst werden. Hier bieten verschiedene Hersteller auch elektrisch betriebene automatische Lösungen an. Mit Kleiderliften statt klassischer Kleiderstangen oder speziellen Hubschränken statt Einlegeböden kann die gesamte Schrankhöhe genutzt werden und man erreicht seine Kleidung trotzdem bequem und ohne große Anstrengung.

Raumklima

Die Temperatur im Raum und die relative Luftfeuchtigkeit sind wesentliche Faktoren für ein angenehmes Raumklima. Nach Angaben der AGU (Ärztinnen für eine gesunde Umwelt) liegt die ideale relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zwischen 40 und 60 % und die Temperatur zwischen 19 und 22 Grad Celsius. Laut Umweltbundesamt kann die Temperatur in den Nachtstunden in den Wohnräumen um 5 Grad Celsius gesenkt werden. Damit kommt man dann auch auf die 17 Grad Celsius, die das Umweltbundesamt für das Schlafzimmer empfiehlt.

Ist die Raumluft v.a. in der Heizperiode zu trocken, kann man die Luftfeuchtigkeit mit handelsüblichen Luftbefeuchtern erhöhen. Dabei sollte man darauf achten, dass der gewählte Luftbefeuchter die Hygienestandards einhält und die Raumluft nicht mit Keimen anreichert. Eine gute Informationsbasis für die Auswahl eines geeigneten Raumluftbefeuchters bilden dabei die Testberichte großer Institute, wie z.B. von ÖkoTest.

Für ein anhaltend gutes Raumklima ist auch eine ausreichende Frischluftzufuhr unerlässlich. Dadurch wird die Feuchtigkeit in den einzelnen Wohnräumen verringert und die Qualität der Luft gewährleistet. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb während der Heizsaison das „Stoßlüften“. Dabei werden die Fenster mehrmals täglich für etwa 5 Minuten geöffnet, um kurz und kräftig durchzulüften. Die Ventile der Heizkörper sollten während dieser Zeit geschlossen werden. Als Orientierung gilt: „Je kühler das Zimmer, desto öfter sollte man lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.“ Vom langen Kippen der Fenster halten die Experten des Umweltbundesamtes dagegen nichts. Bei dieser „Kipplüftung“ gibt es nur einen geringen Luftaustausch. Es geht jedoch viel Wärme verloren und durch das Auskühlen des Mauerwerks rund um die Fenster kann sich gefährlicher Schimmel bilden. Dass sollte man vermeiden, deshalb lieber öfter und dafür kurz und kräftig mit weit offenem Fenster lüften.

Das subjektive Wärmeempfinden des Menschen wird darüber hinaus auch von der Oberflächentemperatur der umgebenden Flächen bestimmt. So empfinden wir einen Raum mit warmen Oberflächen wärmer, als er laut Thermometer eigentlich ist. Dies kann man bei der Einrichtung eines Raumes beachten und in die Planung mit einbeziehen.

Weiterführende Informationen

Tipps des Umweltbundesamtes
zum Heizen und zur Raumtemperatur
Zu den Informationen

Informationen zum gesunden Raumklima
des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich
Zu den Informationen

Testberichte Luftbefeuchter
ÖkoTest-Magazin
Zu den Informationen

Quellenhinweise
  1. Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin: DIN 18040-2 Barrierefreies bauen. Planungsgrundlagen Teil 2: Wohnungen. September 2011, S. 21 f. Komplettabdruck in: Freiräume. Magazin für barrierefreies Bauen 2013/2014. Laible Verlagsprojekte Allensbach. September 2013.
  2. Eigene Internet-Recherchen.
Aktualisierungsinformationen

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 24. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 24. August 2022

Produkt-Tipps Betten*

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Betten

Aufstehbetten

Aufstehbett mobilia cura e plus
Werner Müller Metallverarbeitung, Merenberg
Vertrieb über m2 Handels- und Vertriebs GmBH, Engelskirchen-Ründeroth
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Aufstehbett aktivia
Werner Müller Metallverarbeitung, Merenberg
Vertrieb über m2 Handels- und Vertriebs GmBH, Engelskirchen-Ründeroth
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INDREA - das neue Aufstehbett
CareTec GmbH, Hüllhorst
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Roto Flex®
PhysioNova GmbH, Obermichelbach
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Pflege- und Mobilisierungsbetten
Burmeier GmbH & Co. KG, Lage
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Bon Casa Komfortbett
wissner-bosserhoff GmbH, Wickede (Ruhr)
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Betteinsätze

Mobilia Integra, Natura Vital und San Lift
Werner Müller Metallverarbeitung, Merenberg
Vertrieb über m2 Handels- und Vertriebs GmBH, Engelskirchen-Ründeroth
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INDREA-N Einlegerahmen
CareTec GmbH, Hüllhorst
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Bettgriffe

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Aufstehhilfe Frieda
rehastage GmbH, Quakenbrück
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Pivot-Rail (Seitengitter und Handgriff in einem)
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Aufstehhilfe Burmeier
Burmeier GmbH & Co. KG, Lage
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Aufstehhilfen fürs Bett
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* Bitte beachten Sie: Die oben aufgeführten Produktbeispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigen beispielhaft, welche Lösungen angeboten werden. Gerne nehmen wir weitere Lösungen in die Übersicht auf. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu unter produkte@telmacare.de

Weiterführende Informationen

Quelleninformationen
  1. Eigene Internetrecherchen und Informationen der jeweiligen Anbieter.
Aktualisierungsinformationen

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (SW / TH)
Erstellt am: 25. August 2022
Letzte Aktualisierung am: 25. August 2022

Schlafzimmer: Weitere Produkt-Tipps*

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Steckdosen

Fernbedienung Licht etc.

Funksteckdosen
Conrad Electronic SE
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„Control by Trust“-Funksteuerung
KS Licht- und Elektrotechnik GmbH, Essen
Zum Angebot

Smart-Home Zwischenstecker (dimmbar)
innogy SE, Essen
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Gira Funk-Handsender Mini
Gira, Giersiepen GmbH & Co. KG, Radevormwald
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Barrierefreie Angebote zu Steckdosen

Steckdose mit Auswurf-Mechanismus zur einfachen Bedienung
Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid
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Zughilfe für Netzstecker
funktioform Silke Scholz
Sie passt auf die gängigsten Stecker und ermöglicht z.B. ein einfaches Ausstöpseln der Stecker ohne viel Kraftaufwand oder feinmotorischen Fähigkeiten.
Zum Angebot

 

Barrierefreie Schränke

Auch im Bereich der Schränke hat sich in den letzten jähren viel getan. Neben ausklappbaren Kleiderstangen bieten einige Unternehmen auch komplett herunter- bzw. ausfahrbare Schrankelemente, um es Betroffenen zu erleichtern, ohne große Anstrengungen und sicher an Ihre Kleidungsstücke zu gelangen (teilweise sind diese Lösungen auch mit Fernbedienung nutzbar).

 

Bewegliche Gardinenleisten

© Privat / TH

Ergänzend gibt es auch bewegliche Gardinenleisten, mit denen sich das beschwerliche - Über-Kopf-Arbeiten auf einer Leiter - beim Anbringen und Abnehmen der Gardinen und Vorhänge dramatisch vereinfacht.

Gardinenlift
Peter Biberger
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Gardienenlift Center
Alfons Hellendahl
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Gardienlift
AMS Baugruppenmontage
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Gardinenlift
F&B Creative Raumgestaltung
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Gefror Gardienelift HelperSystemTM
GEFRORA Forster GmbH
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Fensteröffnung

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Fenstergriffverlängerung
Tischlerei Herbert Wittern, Hamburg
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Fenstergriffverlängerung
Fa. Frank Thieme, Jockgrim
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Manueller Fensteröffner
Plotkina W-Invention.de, Elmshorn
Zum Angebot

* Bitte beachten Sie: Die oben aufgeführten Produktbeispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigen beispielhaft, welche Lösungen angeboten werden. Gerne nehmen wir weitere Lösungen in die Übersicht auf. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu unter produkte@telmacare.de

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  1. Eigene Internetrecherchen und Informationen der jeweiligen Anbieter.
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Erstellt am: 25. August 2022
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